Platinen verarbeiten einen immer wertvoller werdenden Schatz: unsere Daten.
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Platinen verarbeiten einen immer wertvoller werdenden Schatz: unsere Daten.

Innerhalb der Agrarbranche mahnen Experten den Wert der eigenen Daten an. Es gibt auch schon konkrete Ideen, um diese nicht weiter zu verschenken. Auch für die Bundeskanzlerin und auf europäischer Ebene gewinnt das Thema an Bedeutung.

Die eigenen Daten sind viel wert, ziehen Konzerne wie Google und Facebook aus ihrer Verwertung doch einen großen finanziellen Vorteil. Vor diesem Hintergrund mahnt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein radikales Umdenken im Umgang mit dem Rohstoff der Zukunft an, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Während der Konferenz "Global Solutions Summit 2018", die Anfang dieser Woche in Berlin stattfand, sagte Merkel: "Die Bepreisung der Daten, insbesondere von Konsumenten, ist meiner Ansicht nach das zentrale Gerechtigkeitsproblem der Zukunft."

Landwirte sollen eine Datenvermarktungsgesellschaft gründen

Den Wert der eigenen Daten, mahnten unlängst auch Experten auf Veranstaltungen innerhalb der Agrarbranche an. Während der „Digital Farming Conference“ der Bitkom in Berlin, gibt Friederike Detmering, Rechtsanwältin für Datenschutz der Kanzlei Reed Smith, den Anwesenden Landwirten einen Tipp: Schon bald könnten die Daten von Landwirten sehr viel Wert sein. Jeder sollte schon jetzt berücksichtigen, sie nicht zu verschenken. Konkret rät Detmering, die AGB‘s von Anwendungen durchzulesen, um herauszufinden, was mit den Daten geschieht.
In der Praxis schützt der Gesetzgeber zwar personenbezogene Daten, allerdings fallen beispielsweise satellitengestützte Daten von Ackerflächen nicht unter das Datenschutzgesetz, so die Anwältin. Wissen über das Ertragspotenzial verschiedener Länder wäre somit theoretisch für interessierte Firmen zugänglich. Ähnlicher Meinung war ein Experte, der während der DLG-Wintertagung sprach. Er empfiehlt Landwirten, eine deutschlandweite Datenvermarktungsgesellschaft zu gründen. Sonst würden diese Gefahr laufen, ihre wertvollen Daten buchstäblich für „'nen Appel und 'nen Ei“ zu verschenken.

Um Internetkonzerne wie Google, Amazon und Facebook, die bisher in Europa kaum Steuern zahlen, weil nach internationalen Regeln nur Unternehmen besteuert werden dürfen, die in ihren Grenzen physisch präsent sind, denkt Brüssel darüber nach, eine virtuelle Betriebsstätte zu definieren. Kritiker merken diesbezüglich an, dies könnte den Handelsstreit mit dem amerikanischen Präsident Donald Trump weiter anheizen, weil die meisten Internetkonzerne in den USA sitzen.

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