Dauerregen

Niedersachsen lockert Sperrfrist

Foto: SB

Landwirte in Niedersachsen können ihre Gülle in der Sperrfrist ausbringen. Sind die Gülletanks voll, ist der Bau von provisorischen Güllelagunen erlaubt.

Durch extrem häufige Niederschläge konnten viele landwirtschaftliche Betriebe ihren Wirtschaftsdünger nicht ausbringen, da die Flächen nicht befahrbar waren. Nach den Sperrfristen ist eine Ausbringung aber erst wieder ab 1. Februar 2018 möglich. „Die Lage ist angespannt, es kann zu Havariefällen kommen, bei denen Gülle unkontrolliert ins Erdreich abfließt und damit das Grundwasser gefährdet. Das muss auf jeden Fall verhindert werden“, sagte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast und Umweltminister Olaf Lies (SPD). Die beiden Minister haben daher heute einen Erlass herausgegeben.

Danach ist in einem Notfall das Ausbringen von Gülle auch in der Sperrfrist zu dulden, um größeren Schaden zu verhindern, etwa den Eintrag ins Grundwasser, in Oberflächengewässer oder in die Kanalisation. Voraussetzung sei, dass die Betriebe nachweislich alle Alternativen geprüft haben, etwa die Lagerung der Gülle in Nachbarbetrieben, die Aufnahme bei einer Güllebörse oder durch Biogasanlagen, so Agrarministerin Otte-Kinast. Die Notfall-Maßnahmen dürfen nur nach einzelbetrieblicher Abstimmung mit den Wasserbehörden und der Düngebehörde und unter strengen Auflagen erfolgen.

Es kommen nur durchgängig bewachsene ebene Flächen für die Ausbringung in Betracht (Winterraps, Feldgras, Zwischenfrüchte und Grünland), Trinkwassergewinnungs- und Überschwemmungsgebiete sind ausgenommen, es dürfen maximal 10 Kubikmeter/ha bodennah ausgebracht werden und ein Mindestabstand von 10 Metern zu Gewässern ist einzuhalten.

Auch der Bau von provisorischen Güllelagunen sind erlaubt. Das sind Erdbecken, die mit Spezialfolie abgedichtet werden. Die Landkreise können diese Maßnahme zur unmittelbaren Gefahrenabwehr in Notfallsituationen dulden. Es wird auch schon überlegt, Tanksschiffe mit Gülle vollzupumpen.

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