DBV-Konjunkturbarometer

Landwirte wollen in Boden investieren


Die Unsicherheit darüber, wie die politischen Gesetze und Verordnungen zur Tierhaltung, zur Düngung und im Pflanzenschutz am Ende ausfallen, ist groß. Landwirte stellen ihre Investitionen zurück.

Nach den aktuellen Ergebnissen für den Monat Juni bestätigt das Konjunkturbarometer Agrar erneut den getrübten Trend in der Landwirtschaft. Zwar rechnen Landwirte mit einer besseren Ernte als im Dürrejahr 2018, doch ihre Zukunftserwartungen haben sich deutlich verschlechtert. Aktuell ist der Index des Konjunkturbarometers Agrar gegenüber der vorangegangenen Erhebung von 22,3 Punkten auf 20,4 Punkte zurückgegangen. In Spitzenjahren erreichte der Wert 37 Punkte, teilt der Deutsche Bauernverband, (DBV) mit.  

Veredlungsbetriebe dagegen sehen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation auf Grund der Marktsituation als deutlich verbessert an. Allerdings haben sich deren Zukunftserwartungen gegenüber der Umfrage im März drastisch verschlechtert. In den Acker- und Futterbaubetrieben bleiben die Erwartungen an die wirtschaftliche Zukunft verhalten. 

Schweine-, Ferkel- und auch Futtermittelpreise werden deutlich besser beurteilt als vor einem Jahr. Die Ernteerwartungen fallen - Stand Juni - im Jahresvergleich deutlich zuversichtlicher aus. Schlechter beurteilt als vor einem Jahr werden die Rinderpreise, die Stromkosten sowie die nationale Agrarpolitik. 

Weniger Maschinenkäufe

Die Investitionsplanungen der Landwirte für die kommenden sechs Monate sind laut DBV-Konjunkturbarometer verhalten. Nur 28 Prozent der Landwirte wollen in dieser Zeit investieren. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen liegt mit 4 Mrd. € genauso hoch wie bei der vorausgegangenen Märzerhebung, aber um 0,7 Mrd. € über dem entsprechenden Vorjahresstand. Die geplante Investitionen in Ställe und Stalltechnik liegen bei 2,3 Mrd. €. Das ist ein Plus von 0,4 Mrd. € gegenüber Vorjahr, das fast ausschließlich mit Investitionen in Stallbautechnik begründet ist. Als unverändert niedrig bezeichnet der DBV die vorgesehenen Investitionen in Maschinen und erneuerbare Energien in Höhe von 0,7 Mrd. €. Mit 1,1 Md. € fallen die geplanten Aufwendungen für den Landkauf aus.

Stimmung in der Landwirtschaft
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im Juni 2019 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt 851 Landwirte in ganz Deutschland.
„Landwirte scheuen derzeit Investitionen in Wirtschaftsgebäude und auch Maschinen, weil politische Planungssicherheit fehlt. Wir brauchen wieder mehr Verlässlichkeit und Langfristigkeit in den politischen Entscheidungen, wenn wir den Landwirtschaftsstandort Deutschland halten wollen“, sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied. 

Als Spätfolge des Dürresommers 2018 ist die Liquiditätssituation im Osten Deutschlands immer noch etwas angespannter als im Westen. 16 Prozent der Landwirte dort sprechen von einer angespannten oder sehr angespannten Situation, nur 35 Prozent von einer entspannten Liquiditätssituation.  

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