Debatte

CDU fordert chemischen Pflanzenschutz für den Bioacker

Julia Klöckner (CDU) wird neben anderen Politikern als Nachfolgerin für das Bundeslandwirtschaftsministerium gehandelt. Mit Äußerungen zum Gebrauch von Unkrautvernichtern im Ökolandbau, sorgt sie bereits für Unruhe.

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende  Julia Klöckner will Ökolandwirten bei einer Neuauflage der Großen Koalition chemischen Pflanzenschutz erlauben. „Um ihre Ernte zu sichern, würden viele Ökolandwirte gerne punktuell auf konventionelle Pflanzenschutzmittel zurückgreifen, dürfen sie aber nicht“, sagte sie dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND). Dies koste viele Bauern die Existenz.

Klöckner habe gesellschaftliche Diskussion nicht verstanden

Mit dieser Sichtweise bringt Klöckner die Grünen gegen sich auf. Ihre Ansicht zur Entwicklung des Ökolandbaus irrtitierten und zeigten, wie wenig Klöckner die gesellschaftliche Diskussion verstanden habe, teilt der agrarpoltische Sprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, heute mit. Zwar gibt auch er zu bedenken, dass konventionelle und ökologische Landwirtschaft sich annähern müssten. Doch auf keinen Fall, indem der Ökolandbau mit dem Gebrauch von chemischen Pflanzenschutzmitteln „konventionalisiert“ werde. Vielmehr müsse die konventionelle Landwirtschaft umweltverträglicher werden.

Klöckner hingegen schwebt mit einer Erlaubnis vor, den Wechsel zum Ökolandbau für jedermann leichter zu gestalten. „…viele hält es davon ab, den Weg in den Ökolandbau zu wagen“, sagte Klöckner, die derzeit als nächste Bundeslandwirtschaftsministerin gehandelt wird. 

Dass die Grenzen zwischen konventionell und Bio fließend sind, zeigt der Streit um die Zulassung von Kaliumphosphonat. Bis 2013 war der Wirkstoff im Öko-Weinbau als Mittel gegen Mehltau zugelassen. Mit der Neufassung des Pestizidrechts fiel der Wirkstoff aus der Liste der Bio-Pflanzenstärkungsmittel heraus und wird seither als Pflanzenschutzmittel geführt. Die ehemaligen Weinkönigin Klöckner wird mit diesem Dilemma vertraut sein.

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