Deutscher Bauerntag 2019

Bauern unterstützen Kretschmers Russlandkurs


Michael Kretschmer
Foto: da
Michael Kretschmer

Stehende Ovationen gab es von allen Delegierten der Landesbauernverbände nach der Rede von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) auf dem Bauerntag in Schkeuditz. Die Bauern sind vom Russland-Embargo stark betroffen.

Sachsens Bauernpräsident Wolfgang Vogel dankte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in einem Schreiben für dessen klare Positionierung für eine Aufhebung der Russland-Sanktionen. "Der Ministerpräsident kann sich in dieser Frage der Unterstützung aller in der Landwirtschaft wie auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen Tätigen im Freistaat sicher sein", heißt es in dem Schreiben.

Sachsens Bauern verlieren durch Embargo bis zu 400 Mio. € im Jahr

Russland war vor dem Inkrafttreten des Lebensmittelembargos in Reaktion auf die Sanktionen der EU einer der wichtigsten Handelspartner für den sächsischen Lebensmittelexport, stellt Vogel fest. Durch den Abbruch dieser Handelsbeziehung schloss sich zum einen ein bewährter Absatzmarkt, zum anderen sanken schlagartig die Erzeugerpreise für Milch, Schweinefleisch, Getreide, Ölsaaten und Obst – zum Teil bis zur Existenzbedrohung für die Betriebe. Bei der Milch ist von einem durch das Embargo verursachten Preisverfall von 4 Cent/kg Milch die Rede. Bei einer Jahresproduktion von 1,65 Mrd. kg/Milch in Sachsen sind allein den heimischen Milchviehhaltern seitdem jährlich über 60 Mio. € an Einnahmen verloren gegangen.

Fast ebenso dramatisch waren laut dem Schreiben die Einbußen beim Schweinefleisch, dessen Erzeugerpreis über eine lange Phase unter 1,40 €/kg  Schlachtgewicht lag und damit deutlich unter den Produktionskosten von 1,65 €/kg. Nach den Berechnungen des Sächsischen Bauernverbandes SLB beläuft sich der finanzielle Verlust der Schweinefleischerzeuger auf 47 Mio. € jährlich. "Die Einbußen für die sächsische Landwirtschaft schätzt unser Verband auf insgesamt 300 bis 400 Millionen Euro pro Jahr", so Vogel.
Kretschmer kündigte in seiner Rede auch ein beherzteres Vorgehen bei der Entnahme von kritischen Wölfen vor. Ferner will er eine bessere Beteiligung der Bürger. Nach seinem Vorschlag sollen die Bürgen aus Sachsen die Möglichkeit bekommen, über im Landtag beschlossenen Gesetze in einem Volkseinwand abzustimmen. Kritiker befürchten eine Schwächung der parlamentarischen Demonkratie.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Josef Auburger
    Erstellt 28. Juni 2019 18:19 | Permanent-Link

    Finde ich sehr gut, dass ein Politiker sich für eine Minderheit einsetzt und sich die Wahrheit zunsagen traut.

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