Deutschlandtour

Klöckner will digitale Wünsche erfüllen


Bundesagrarministerin Julia Klöckner macht sich mit den Anforderungen der Landwirte an die Digitalisierung vertraut. Die Deutschlandtour startet in ihrem Wahlkreis in Rheinland Pfalz.

Bis 2020 oder 2021 dürfte es noch dauern, bis Fleisch mit dem staatlichen Siegel auf dem Etikett in den Regalen steht. Dies kündigte Julia Klöckner heute auf einer Betriebsbesichtigung in Argenthal im Hunsrück an. Ansonsten ging es heute aber vornehmlich um technische Fragen. Die Ministerin ist derzeit auf digitaler Deutschlandtour. Sie besucht Betriebe, um sich über den Entwicklungsstand und die Bedürfnisse zur Digitalisierung in der Landwirtschaft ein Bild zu machen.

Zum ersten Mal als Bundesagrarministerin besuchte Klöckner ihren Wahlkreis. Im rheinland-pfälzischen Argenthal hat Betriebsleiter Berg vor drei Jahren einen Milchviehstall mit Melkroboter und Biogasanlage gebaut. Der 43-jährige Berg produziert rund 1,5 Mio. kg Milch im Jahr und liefert an die Hochwald-Molkerei. Sein größtes Problem ist die unzulängliche Internetanbindung. Damit lässt sich seine digitale Technik nur bedingt anwenden. Abhilfe leisten müssen drei Pre-Paid-Handys, um die Daten von Biogasanlage, Milchviehstall und Melkstand zu übertragen. Landrat Marlon Bröhr (CDU) machte in Anwesenheit Klöckners die Zusage, dass der Betrieb in der nächsten Förderperiode für den Breitbandausbau vorgemerkt sei. Klöckner hatte auch Fragen zum GPS-gesteuerten Pflanzenschutz. Im Cockpit des Lohnunternehmers Moritz Mühleis sprach sie den Argenthaler auf seine Wünsche an. Der Jungunternehmer sieht noch Verbesserungsbedarf beim Parallelfahrsystem, um die GPS-Schnittstellen automatisch schneller zu finden.

Wunschliste ans BMEL

Klöckner forderte alle Landwirte auf, ihr schriftlich ihr mitzuteilen, wo es bei der Digitalisierung noch hapert. Im Bundesagrarministerium (BMEL) in Berlin würden die Fragen an den Digitalisierungsbeauftragten weitergeleitet und beantwortet. Ferner könnten die bundeseigenen Forschungseinrichtungen die Anforderungen der Landwirte an technologische Weiterentwicklungen aufgreifen. Parallel dazu möchte Klöckner auf wissenschaftliche Arbeiten zur Digitalisierung zurückgreifen. Die Ergebnisse sollen in die Ackerbaustrategie einfließen, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Reduzierung von Wirkstoffen mit Hilfe einer exakten Ausbringung von Pflanzenschutz – und Düngemitteln. So könne mit GPS-Systemen die Mehrfachbehandlung von Flächen verursacht durch Fahrfehler und Sichteinschränkungen der bis zu 23 m breiten Gestänge vermieden werden.

Klöckner im Argenthal: Deutschlandtour der Ministerin


Kein Wachstum bei Tierhaltung

Angesprochen von Klöckner auf seine Entwicklungsziele in zehn Jahren, plant Betriebsleiter Berg, die vorhandene Technik im Stall und auf dem Acker komplett anzuwenden und weiter in der Fläche zu wachsen. Ein Ausbau der Tierhaltung sei nicht derzeit nicht geplant. Berg möchte nach eigenen Worten mit dem Betrieb dauerhaft das Einkommen für drei Vollarbeitskräfte sicherstellen einschließlich Urlaub für alle.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats