Die Top Themen: Brexit-Bombe, Merkel und Wikinger, bitter statt süß

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird

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Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Redaktion agrarzeitung.

Am Dienstag schaut ganz Europa nach London, wenn das britische Parlament über den Brexit-Deal abstimmt. Die Grüne Woche öffnet am Freitag ihre Pforten – große Politikprominenz inklusive. Außerdem stellt der angeschlagene Zuckerkonzern Nordzucker seine Zahlen für das dritte Quartal vor.

Brexit-Bombe tickt lauter

Die Zündschnur der Zeitbombe namens Brexit wird kürzer: Am Dienstag stimmt das britische Parlament über den Brexit-Deal ab, auf den sich EU-Kommission und Theresa May Ende 2018 verständigt haben. Am Wochenende noch richtete Theresa May verzweifelte Appelle an die störrischen Abgeordneten, denn: Wieder einmal ist alles offen und möglich – und das Szenario, in dem das Unterhaus den weichen Brexit-Vertrag ablehnt, gilt als durchaus wahrscheinlich. Wenn die Parlamentarier Mays Deal ablehnen, hat die Premierministerin nur wenige Tage Zeit, den Abgeordneten ihr weiteres Vorgehen darzulegen. Denkbar sind bei einer Ablehnung des Brexit-Deals folgende Schritte: Ein Nachverhandeln des Deals – was allerdings bei den übrigen EU-Mitgliedstaaten auf wenig bis gar keine Gegenliebe stößt. Eine erneute Abstimmung im britischen Unterhaus, eine Verschiebung des Austrittsdatums der Briten aus der EU oder sogar ein erneutes Referendum über den Brexit. Und natürlich der „harte Brexit“, der zur Folge hat, dass das Vereinigte Königreich (VK) ab 30. März zum Drittstaat wird – Zoll-und Veterinärkontrollen inklusive. Für die Unternehmen der Agrarwirtschaft würde das den Verwaltungsaufwand bei Exporten ins VK erhöhen. Und sollten Horrorszenarien von riesigen Lkw-Schlangen am Kanal wahr werden, wäre auch die Logistik, schönfärberisch gesprochen, herausgefordert. Dass der Brexit im Vereinigten Königreich selbst für ordentliche Spannung sorgt, zeigt sich daran, dass die Gelbwesten-Bewegung von Frankreich aus über den Kanal geschwappt ist. Wütende Bürger protestieren nach dem französischen Vorbild gegen die Tory-Regierung, die den Briten nicht nur den Brexit, sondern auch eine größere soziale Spaltung beschert habe. Unterdessen berichtet die britische Zeitung The Guardian, dass auf EU-Ebene bereits an einem Aufschub des Austrittsdatums gearbeitet würde: Bisher verlässt das VK nach dem 29. März 2019 die EU.

Rentiere, Roboter und Kanzlerin Merkel

Wikinger, Rohholzproduktion, Getreideanbau, Schweinemast, Milchviehhaltung und Rentierzucht: Das sind die bedeutenden Sektoren der finnischen Land- und Forstwirtschaft. Finnland ist Partnerland der Internationalen Grünen Woche (IGW), die am Freitag offiziell ihre Pforten öffnet. Jenseits von Finnland-Romantik gibt es schon ab Mitte der Woche zahlreiche politische Termine rund um die Berliner Fressmeile, wie die Grüne Woche bisweilen auch despektierlich genannt wird. Und Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) ist in diesem Jahr ein besonderer Coup gelungen: Parteifreundin und Kanzlerin Angela Merkel wird am Freitagnachmittag im Rahmen des Fachprogramms „Global Forum For Food and Agriculture“ (GFFA) über die Bedeutung der Digitalisierung für die Landwirtschaft sprechen. Digitalisierung ist auch das Schwerpunktthema des GFFA, das seinen Höhepunkt traditionell am Samstag in dem internationalen Agrarministergipfel findet.
Bislang ist noch kein vermeintlicher oder tatsächlicher Skandal aus der Landwirtschaft an die Oberfläche gespült worden, wie es in den vergangenen Jahren häufiger der Fall war. So hat die große Medienwelt zur Grünen Woche 2018 das Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) für sich entdeckt und breit darüber berichtet – wohl bemerkt noch Monate bevor infizierte Wildschweine in Belgien gut 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt auftauchten. Wie gesagt, noch ist es an der Skandal-Front still. Vielleicht auch, weil das Bundeslandwirtschaftsministerium schon in der Vorwoche Informationen zum staatlichem Tierwohl-Label, einem Dauerbrenner-Aufregerthema, herausgelassen hat.
In der politisch weniger frequentierten zweiten Woche der Grünen Woche gibt es dann noch einmal hohen Besuch in den Berliner Messehallen: Bundespräsident Frank-Walther Steinmeier gibt sich die Ehre.

Bitter statt süß

Wenn Nordzucker am Dienstag seine Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2018/19 vorstellt, dürften Analysten, Medienvertreter und Aktionäre ganz genau hinschauen. Schon in der Vorwoche war davon die Rede, dass der Braunschweiger Zuckerkonzern ein dickes Sparpaket bastelt, in dessen Rahmen 200 Jobs, vor allem in den Zentralen in Braunschweig und Kopenhagen zum Opfer fallen könnten. Auch Werksschließungen will ein Konzernsprecher Medienberichten zufolge nicht prinzipiell ausschließen.

 

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