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az-Wochenstart: Zukunft der Landwirtschaft von GAP bis ASP

Die Zukunft steht mal wieder auf der politischen Agenda in Berlin und in Brüssel. Julia Klöckner will eine Rede zur Lage und Zukunft der Landwirtschaft halten. In Brüssel geht es um die EU-Agrarreform und die Kontrolle der Afrikanischen Schweinepest.

Foto: az
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche! Ihre Dr. Angela Werner, Chefredakteurin agrarzeitung.

Tierisch geht es los sowohl in Brüssel als auch im Bundestag in dieser Woche. Am heutigen Montag wird der EU-Agrarausschuss über den Stand der Dinge informieren, was die EU für Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest ergriffen hat. Letzte Woche mussten in Belgien rund 4.000 Schweine im Infektionsgebiet gekeult werden. Die EU-Kommission will der belgischen Regierung mit Rat und finanzieller Unterstützung helfen.

In Deutschland wird weiter über das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration gerungen, das ursprünglich ab 2019 gelten sollte, nun aber um zwei Jahre nach hinten verschoben werden könnte. Die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD wollen in dieser Woche ihre Beschlüsse zur Fristverlängerung formulieren und als Vorlage in den Bundestag einbringen. Spannend wird sein, ob die Beschlussvorlagen auch tatsächlich eine Mehrheit finden. Dann hätten zumindest die Ferkelerzeuger noch zwei Jahre mehr Zeit für eine Umstellung und die Politiker zur Findung von Alternativen.

Agrarpolitik quo vadis?

Am Dienstag und Donnerstag steht auf der politischen Agenda die Zukunft der Landwirtschaft. In Brüssel findet eine öffentliche Anhörung zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) statt. Experten und Vertreter öffentlicher Organisationen, des Bayerischen Bauernverbands und des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses können am Dienstag ihre Vorstellungen zur GAP-Reform nach 2020 vorbringen. Darüber hinaus steht ein Zwischenbericht zum mehrjährigen Finanzrahmen der EU von 2021 bis 2027 im EU-Agrarausschuss an.

Und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will am Donnerstag ihre Vorstellungen zur Lage und zur Zukunft der Landwirtschaft beim Erntedankfest ihres Ministeriums und der Verleihung der Professor-Niklas-Medaille darlegen. Bislang hat sich Klöckner noch nicht sehr konkret geäußert, welche grundsätzlichen Weichenstellungen sie für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Deutschland vornehmen will. Die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Ackerbaustrategie soll erst im Frühjahr 2019 vorgelegt werden. Eine Kürzung der Agrarzahlungen in der 1. und 2. Säule will sie jedenfalls nicht hinnehmen und eine Balance zwischen dem 2-Säulen-Modell und mehr Umwelt- und Klimaschutz finden. Klöckner setzt verstärkt auf ein umfassendes Bioökonomie-Konzept. Gemeinsam mit der Forschungsministerin Anja Karliczek will sie die politischen Aktivitäten hin zu einer biobasierten Wirtschaft bündeln. Biologische Ressourcen sollen stärker genutzt und umweltschonende Produktionsverfahren in allen Wirtschaftsbereichen geförderte werden.

Überaschungen bei Mais und Soja?

Aufschluss zu Angebot und Nachfrage von wichtigen Agrarprodukten an den Weltmärkten bietet am Donnerstag der monatliche Wasde-Report. Vor allem für die USA liegen im Oktober frische Daten vor. In die Bilanzen gehen Schätzungen der Vorräte zum Stand Ende September ein. Darüber hinaus korrigiert das USDA seine Flächenangaben zur Ernte 2018 und berücksichtigt die aktuellen Ertragserwartungen. Gerade zur Mais- und Sojaernte in den USA könnte das Ministerium einige Überraschungen bereithalten. Weniger konkret ist dagegen der Blick auf die Südhalbkugel, wo die großen Ernten erst im Dezember beginnen. Ertragsschätzungen gleichen zurzeit eher der Kaffeesatzleserei.

Diskutieren Sie mit auf der vli-Herbsttagung zu dem Thema "Die GAP-Reform - Ein neues Leitbild und seine Folgen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft" am 25. Oktober in Regensburg.

 

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