Die Top Themen: Bilanz zur Sommerpause

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird

Ringen um die GAP-Reform, Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft, Fusionen und Allianzen in der Wirtschaft: Hinter der Agrarbranche liegen zum Sommer bewegte Monate. Zeit für eine Zwischenbilanz zum Sommer.

Foto: IMAGO / Jan Eifert

Liebe Leserinnen und Leser der agrarzeitung (az),

zu Beginn der Sommerpause liegen ereignisreiche Monate hinter Agrarwirtschaft und -politik. Nach zähem Ringen sowohl in Deutschland als auch auf EU-politischer Bühne steht der Kompromiss um die Reform der EU-Agrarpolitik (GAP). Kurz vor Beginn der parlamentarischen Sommerpause und am Ende der EU-Ratspräsidentschaft Portugals haben Europaparlament, die EU-Agrarministerinnen und -minister sowie die EU-Kommission doch noch einen Kompromiss gefunden für eine GAP, die grüner und nachhaltiger werden soll. Jetzt liegt der Ball wieder im Spielfeld der Mitgliedstaaten, die nun die Eckpfeiler der Reform in nationale Strategiepläne gießen, um diese anschließend von der Kommission genehmigen zu lassen.

Zurück in Berlin, hat erst in der Vorwoche die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) ihren Bericht mit den Empfehlungen für eine zukunftsfähige Agrarpolitik an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übergeben. Das 31-köpfige Gremium aus Vertretern und Vertreterinnen von Agrar- und Umweltverbänden sowie Wissenschaft spricht sich darin für geringere Tierbestände, weniger Fleischkonsum und eine Abkehr von den Direktzahlungen in der GAP zugunsten einer Honorierung von Gemeinwohlleistungen, zum Beispiel für den Umweltschutz, aus. So manch ein Verbandsvertreter wird in seinen eigenen Reihen nun viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, denn eines ist klar: Für ein „Weiter so“ hat sich die Kommission nicht ausgesprochen; alle Beteiligten mussten sprichwörtliche Kröten schlucken.

Nach dem Sommer geht es temporeich weiter

Und auch in der Agrarwirtschaft hat sich seit Jahresbeginn einiges getan: Im Landhandel sind Beiselen und ATR zur BAT Agrar fusioniert; RWZ in Köln und Raiffeisen Waren in Kassel haben den Startschuss für ihre Allianz gegeben, Bosch und BASF haben ein Smart-Farming-Joint-Venture gegründet und die Baywa eine millionenschwere Kapitalerhöhung und den Einstieg eines Investors bei ihrer Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa r.e. auf den Weg gebracht, um nur einige Beispiele zu nennen.

Kurzum: Die Zeit vor der politischen Sommerpause war bewegt; nach der Sommerpause wird es ebenso temporeich weitergehen, als Stichwort sei hier nur die Bundestagswahl genannt. Jenseits des Geschehens in der Politik aber auch Wirtschaft, rückt in den kommenden Wochen die Ernte in den Fokus. Das wechselhafte Wetter hat in einigen Regionen das Durchstarten des Drusches gebremst, sodass jetzt alle buchstäblich in den Startlöchern sitzen.

Während der Newsletter „az-Wochenstart: Was Wichtig Wird“ über den Sommer eine Pause einlegt, halten wir Sie in unserer täglichen Berichterstattung über das Geschehen am Kassamarkt und den Fortschritt der Ernte auf dem Laufenden. Selbstverständlich bündeln wir ebenso die wichtigsten Nachrichten des Tages immer nachmittags in unserer Newsline.

Ich wünsche Ihnen einen schönen und ertragreichen Erntesommer! Ihre Stefanie Pionke, Chefredakteurin der agrarzeitung (az)

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