Die Top Themen: Corona und Erntehelfer, Wasde-Zahlen für April

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird


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Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Redaktion agrarzeitung. 

Auch diese Woche ist die Coronakrise in allen ihren Facetten DAS bestimmende Thema. Für die Agrarwirtschaft vor allem mit Blick auf die Erntehelfer, die nun doch einreisen dürfen. Nach der Erleichterung über die Ausnahme stehen jetzt organisatorische Fragen im Vordergrund. Ein von Corona völlig unberührtes Ereignis ist die Veröffentlichung des nächsten Wasde-Reports. 

Erntehelfer: Von "A" wie Abflug bis "Z" wie Zimmer

Zurzeit werden Arbeitskräfte beim Pflanzen von Zwiebeln benötigt.
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Zurzeit werden Arbeitskräfte beim Pflanzen von Zwiebeln benötigt.

Als wir in der Redaktion der agarzeitung (az) vor knapp zwei Jahren den Newsletter „az-Wochenstart: Was Wichtig Wird“ konzipierten, hätten wir uns nicht träumen lassen, dass es in nicht allzu ferner Zukunft ein Thema geben wird, das die Nachrichtenlage dermaßen beherrscht wie aktuell die Corona-Pandemie. Informieren wir uns in „normalen“ Zeiten über Themenankündigungen diverser Wirtschaftsverbände und Unternehmen, die Wochenpläne der einschlägigen Bundesministerien für Agrar-, Wirtschaft- oder Umwelt oder die entsprechenden Terminkalender von EU-Kommission, -Rat oder Parlament, um Nachrichten zu gewichten und deren Einzug in die gedruckte az oder unser Online-Portal zu planen, stellt Corona auch diese Abläufe auf den Kopf. Ministerien verschicken derzeit gar keine Wochenpläne mehr mit irgendwelchen Veranstaltungsterminen, da Veranstaltungen bekanntlich derzeit nicht stattfinden. Ähnliches gilt für Unternehmen und Verbände.

Das heißt natürlich nicht, dass es aktuell nichts gäbe, was wichtig wäre. Im Gegenteil. Corona erdet gerade aktuell den Begriff „wichtig“, wenn man so will. Wichtig ist zum Beispiel für alle Winzer-, Spargel, Erdbeeren- oder Obstbauern, wie genau sie im April und Mai an jenes Kontingent der jeweils 40.000 Saisonarbeiter aus Rumänien oder Bulgarien kommen sollen.

Denn mit Wirkung von diesem Montag dürfen diese Erntehelfer Corona zum Trotz nach Deutschland einreisen. Gemeldet werden sollen die Erntehelfer nach allem was man bisher weiß über die regionalen Bauernverbände und Erzeugerorganisationen. Diese sollen offenbar auch das ganze Prozedere rund um die Anmeldung und Zuteilung der Erntehelfer steuern. Mehr Informationen dazu soll es ab dieser Woche auf der Plattform saisonarbeit2020.bauernverband.de, die sich derzeit noch im Aufbau befindet. Eurowings, Tochterunternehmen der Lufthansa, gab am Wochenende bekannt, unter Abstimmung mit dem Deutschen Bauernverband Erntehelfer aus Rumänien, Ungarn oder Polen einzufliegen. Abflughäfen sind demnach Cluj (Klausenburg), Sibiu (Hermannstadt), Bukarest, Timișoara und Iași in Rumänien. Angeflogen werden Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Hamburg, Karlsruhe, Leipzig und Nürnberg. Landwirte können unter eurowings.com/erntehelfer ihren Bedarf und die Wunschdaten eingeben.

Wie vieles in der Coronakrise wird die ganze Infrastruktur rund um die politische Ausnahmeregel zu den Erntehelfern – also Infowebsite, Melde- und Verteilprozedur sowie das eigentliche Fliegen der Helfer von A nach B - ad hoc aus dem Boden gestampft. Da ist, wie so oft in der Krise, viel Flexibilität und Geduld von allen Beteiligten gefragt. Und nicht alle Fragen sind geklärt: So sollen die Saisonkräfte nur noch in Zimmern mit „halber Kapazität“, als Zwei- bis Dreibettzimmern, untergebracht werden dürfen. Dass dies aus Infektionsschutzgründen das Minimum dessen ist, was erfüllt werden sollte, liegt auf der Hand. Nur: Verfügt auch jeder Betrieb über genügend Zimmer? Finden sich überall Hotels und Pensionen, die vielleicht einspringen? Möglicherweise eine gute Alternative, da diese Gewerbe aktuell bekanntlich sonst gar kein Geschäft machen würden. Siehe die Lufthansa-Tochter Eurowings: Die schafft es über das Erntehelfer-Problem auch, sich zumindest ein bisschen Geschäft in Zeiten globaler Reisewarnungen zu sichern. (Foto: imago images / HMB-Media)

Unerschütterlicher Wasde

Nur bei den Sojabohnen-Futures in Chicago haben die Bullen derzeit klar die Oberhand.
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Nur bei den Sojabohnen-Futures in Chicago haben die Bullen derzeit klar die Oberhand.


Eine terminliche Konstante gibt es auch in der Corona-Zeit: Die Veröffentlichung der Wasde-Zahlen durch das USDA. Erst vergangenen Dienstag hat das US-Agrarministerium USDA mit seinen Zahlen zu den Anbauplänen der Landwirte für 2020 den Markt überraschte. Mehr als 97 Millionen Acres Mais sollen Farmer in den USA dieses Jahr anbauen; nach 1937 wurde dieser hohe Wert erst einmal erreicht, und zwar 2012. Analysten und Händler haben daher Zweifel daran, dass der Mais in dem Umfang tatsächlich in den Boden kommt. Denn auch in den USA leidet der Kraftstoffverbrauch unter der Coronakrise. Mais, der in den Vereinigten Staaten auch viel zu Bioethanol verarbeitet wird, dürfte daher übrigbleiben. Der weltweite Marktbericht „Wasde“, der für Donnerstag auf dem Programm steht, dürfte indessen weniger die Gemüter erhitzen. Das tut in der Regel erst wieder der Mai-Bericht, mit dem neue Zahlen für das Wirtschaftsjahr 2020 veröffentlicht werden. Nichstdestotrotz zieht der Wasde in jedem Monat die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer weltweit auf sich - und beweget zumindest kurzfristig die Börsenkurse.  (Foto: imago images / Ikon Images)

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