Die Top Themen: Finanzspritzen, Debatte über Ackerbaustrategie & Co, Wasde-Zahlen

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, az-Chefredakteurin

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In Berlin kommt der Agrarhaushalt 2021 noch einmal in den Bundestag, während noch Unsicherheit darüber herrscht, inwieweit auch Landwirte von Corona-Finanzhilfen profitieren können. Bei der virtuellen Fachtagung Düngung der SKW stehen die immensen politischen Herausforderungen an die Landwirtschaft im Vordergrund, während der agrarwirtschaftliche Adventskalender außerdem den vorweihnachtlichen Wasde bereithält.

Finanzdebatte zwischen Schlachtstau, Corona und Lesung im Bundestag

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Während Schweinehalter noch unter den Nachwehen des Schlachtstaus in Folge der ausgeprägten Corona-Ausbrüche in Schlachtbetrieben ächzen, wird am Dienstag im Bundestag in dritter Lesung der Agrarhaushalt Thema sein. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte unlängst ins Spiel gebracht, Schweinehaltern auch mit Mitteln aus dem Corona-Hilfstopf unter die Arme zu greifen. Damit Finanzhilfen aus dem Corona-Topf fließen können, müssen Erzeuger allerdings nachweisen, dass finanzielle Schäden im Zusammenhang zur Corona-Pandemie stehen. Und das ist nach Einschätzung von Experten gar nicht so einfach. In der Tat: Der mehrwöchige Stillstand im Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück im Sommer beispielsweise wurde ausgelöst durch massenhafte Corona-Infektionen am Schlachtband dort. Und der „Schlachtstau“ ist so gesehen eine Folge der Corona-Pandemie. Aber bei den Schweinehaltern ist die Betroffenheit durch die Pandemie eher indirekter Natur – mittelbar über das Infektionsgeschehen beim Marktpartner in der Fleischverarbeitung. Ob Klöckners Verheißung der Corona-Hilfen erfolgreich sein wird, bleibt also weiter spannend. Übrigens: Der Bundesagrarhaushalt 2021 soll im Vergleich zum Vorjahr leicht steigen: und zwar um 643 Mio. 3 auf knapp 7,7 Mrd. €.

Ackerbaustrategie 2035 – verbietet die Landwirtschaft sich selbst?

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Ob Green Deal, Aktionsprogramm Insektenschutz oder eben die Ackerbaustrategie 2035 des Bundeslandwirtschaftsministeriums: Für Landwirte haben alle diese politischen Vorgaben eines gemeinsam: Die Anforderungen an die Pflanzenproduktion steigen dadurch, dass der Einsatz von chemischem Pflanzenschutz und Dünger verringert werden soll. Doch was bedeutet das konkret für die ackerbauliche Praxis? In welchen Punkten müssen sich Landwirte umorientieren – oder tun dies bereits? Welche Rolle sollte die Politik in Sachen Fordern und Fördern spielen, damit die landwirtschaftliche Produktion nachhaltiger werden kann? Und welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt bei der Virtuellen Fachtagung Düngung der SKW Piesteritz: Bei der Talkshow „Ackerbaustrategie 2035 – Verbietet die Landwirtschaft sich selbst?“, die von der agrarzeitung (az) moderiert wird, stellen sich am Donnerstag ab 18 Uhr Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium Niedersachsen, Prof. Dr. Jens Karl Wegener vom Julius Kühn Institut, der Landwirt Jörg Schrieber sowie Dr. Maximilian Severin, Leiter Marketing bei der SKW Piesteritz, dieser spannenden Fragestellung. Weitere Informationen finden Sie hier.

Adventlicher Wasde

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Mitten in der Vorweihnachtszeit gibt das US-Agrarministerium USDA den Agrarmärkten noch einmal ein paar frische Impulse: Am Donnerstag legt das USDA seinen Marktbericht „Wasde“ für Dezember vor. Im vorherigen November-Report hatten deutlich niedrigere Schätzungen für die US-Maisernte und die globale Sojabilanz den Bullen ordentlich Futter gegeben. Der Maismarkt in den USA wurde zuletzt auch durch Spekulationen über umfangreiches Exportgeschäft mit China gestützt, während am Sojamarkt Trockenheit in Südamerika für Spannung sorgt. Die globale Weizenbilanz ist derzeit allerdings weniger gut für Knappheitsfantasien: Erst in der Vorwoche hatte das kanadische Landwirtschaftsministerium die beste Ernte seit sieben Jahren in Aussicht gestellt.

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