Die Top Themen: Lockdown, Afrikanische Schweinepest, US-Wahl, EEG

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird


Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Chefredakteurin der agrarzeitung (az)

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In der Corona-Krise startet der erneute, wenn auch kleine, Lockdown in Deutschland. Der Deutsche Bauernverband mahnt schon mal vorsorglich Vernunft an und spricht sich gegen das Hamstern von Lebensmitteln aus. Die Afrikanische Schweinepest überschreitet die Landesgrenze nach Sachsen. Die USA wählen ihren Präsidenten. Und in Deutschland wird weiter um das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz gerungen.

Lockdown-light startet

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Die Woche startet am Montag mit Beginn des kleinen oder sanften Lockdowns. Wie sanft den Lockdown die betroffenen Gastronomen und Kulturschaffenden empfinden, sei einmal dahingestellt. Für die Agrarwirtschaft sind die unmittelbaren Folgen erst einmal begrenzt. Landwirte, Händler, Verarbeiter dürfen – unter den gängigen Schutzauflagen – weiter ihrer Tätigkeit nachgehen. Indirekte Effekte dürfte indessen die Schließung der Gastronomie und das de-facto-Verbot von Urlaubsreisen auf Lebensmittelproduzenten haben – während Anbieter von Bauernhof-Ferien ganz unmittelbar und direkt unter dem Verbot leiden, auch wenn der November gemeinhin nicht als Wonne- und Reisemonat gilt. Schon im Vorjahr hatten etwa Anbauer und Händler von Verarbeitungskartoffeln sowie Pommes-Frites-Produzenten die Folgen des harten Lockdowns empfindlich zu spüren bekommen. Auch das Gefeilsche um Braugetreide-Kontrakte könnte wieder losgehen, da zu den regional bereits geltenden Alkoholverboten in der Öffentlichkeit die Schließung von Bars und Restaurants hinzukommen. Ein Lichtblick: Kantinen, und damit Großabnehmer von Lebensmitteln, dürfen weiterarbeiten. Und zunächst ist der kleine Lockdown auf den Monat November begrenzt. Aber ob es dabei bleiben wird, ist derzeit schwer abzusehen. Der Deutsche Bauernverband hat sich dazu schon mal eine Kampagne gegen das Lebensmittelhamstern einfallen lassen: Ein Foto mit frischen Laiben Brot, dazu der Hinweis „Hamstern ist sinnlos. Wir sichern ihre Versorgung.“

Afrikanische Schweinepest zieht weitere Kreise

Wenige infizierte Wildschweine ziehen weite Kreise über Brandenburg hinaus.
imago images/Steinach
Wenige infizierte Wildschweine ziehen weite Kreise über Brandenburg hinaus.

Bei der Tierseuche Afrikanische Schweinepest (ASP) ist derzeit ebenfalls kaum Entspannung in Sicht. Am Wochenende bestätigte das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) einen ASP-Fall bei einem Wildschwein in Sachsen im Landkreis Görlitz. Damit zieht die ASP, die sich bisher auf Brandenburg konzentriert hatte, weitere Kreise. Die Zahl der ASP-Fälle in Deutschland hat in der Vorwoche die Hunderter-Marke überschritten. Kleine Rückblende: Am 10. September, als das BMEL zur Pressekonferenz anlässlich des ersten bestätigten ASP-Falls hierzulande geladen hatte, hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) noch zur Besonnenheit gemahnt: Es handele sich schließlich um ein betroffenes Wildschwein. Dabei war schon damals absehbar, dass es sich wahrscheinlich nicht um einen Fall und eine kurze Episode handeln wird, sondern um ein langwieriges Problem, das die Wertschöpfungskette Schweinefleisch in Deutschland auf Jahre beschäftigt.

Ein gespaltenes Land wählt

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In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch europäischer Zeit ist es so weit: In den Vereinigten Staaten stehen die Präsidentschaftswahlen an. Die Bundespolizei rüstet sich für Krawalle in dem durch die ersten vier Jahre der Trump-Administration zutiefst gespaltenen Land. Amtsinhaber Donald Trump liegt zwar in jüngsten Umfragen klar hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Aber das muss – man erinnere sich an die erste Wahl Trumps im Jahr 2016 – bekanntlich nichts heißen.

Was die Finanzmärkte zunächst einmal auf Talfahrt schicken könnte, wäre eine Hängepartie nach der Wahlnacht. Sollte der unterlegene Kandidat das Ergebnis nicht akzeptieren – und Trump hat bekanntlich Zweifel an der in der Pandemie vorherrschenden Briefwahl gesät – könnten Wochen und Monate ins Land gehen, bevor feststeht, wer der nächste US-Präsident sein wird. Und Märkte hassen bekanntlich nichts mehr als Ungewissheit.

EEG im Bundesrat

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Neben Corona gibt es bekanntlich noch eine große Menscheitskrise, die derzeit immer mal wieder aus dem Hintergrund hervorblitzt: Die Klimakrise. Zum Stopp der Erderwärmung beitragen soll auch das reformierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Am Freitag kommt die Vorlage zur EEG-Reform aus dem Bundeskabinett in den Bundesrat. Das EEG soll dem Ziel dienen, dass der in Deutschland erzeugte und verbrauchte Strom vor 2050 treibhausgasneutral wird. Bis 2030 soll ein Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energien erreicht werden. Dazu sind zusätzliche Ausschreibungsquoten für Biogas vorgesehen sowie die Nutzung von Autobahnrandstreifen für Photovoltaik-Anlagen. In Sachen Biogas steht die sogenannte Südquote in der Kritik, die eine privilegierte Berücksichtigung der süddeutschen Bundesländern bei den Biogas-Ausschreibungen vorsieht. Naturgemäß wähnen sich Anlagenbetreiber im Norden da im Nachteil. Die vorgeschlagenen Solaranlagen entlang der Autobahnen kritisiert der Deutsche Bauernverband und fürchtet, dass dadurch Ackerflächen wegfallen. Sein Alternativvorschlag: Solarpanele auf Moorflächen bauen. Nun ja.

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