Die Top Themen: Super-GAU am Schweinemarkt, Zuckerige Neuigkeiten, Wasde-Report

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird


Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Chefredakteurin der agrarzeitung (az).

Foto: Privat

Die Afrikanische Schweinepest und Corona erschüttern gemeinsam den Schweinemarkt. Das Thema dürfte auch in dieser Woche weiter Branche und Politik beschäftigen. Ansonsten gibt es Neues von Nord- und Südzucker, und das USDA veröffentlicht seinen Wasde-Report für Oktober.

ASP-Lage spitzt sich weiter zu

imago images / BildFunkMV

Die Diskussion um Corona, den Schweinemarkt und die Afrikanische Schweinepest halten Branche und Politik weiter im Griff. Die Zahl der neuen, bestätigten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) steigt stetig und nähert sich seit dem Wochenende bedrohlich der Marke 50. Bundeswehr und Jägerstaffeln sind im Einsatz, um Wildschweine zu erlegen. Derweil hat das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt, dass die Seuche voraussichtlich schon seit Juli in Deutschland grassiert – das hat die Untersuchung der betroffenen Wildschweinkadaver ergeben.


Unterdessen schlagen die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) und der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) Alarm: Ferkelerzeuger und Mäster seien gleichermaßen in einer akuten Notlage, so die ISN. Die Schweinhalter leiden unter dem auf 1,27 Euro/kg Schlachtgewicht gefallenen Preis für Schlachtschweine. Hinzu kommt, dass sie immer größere Probleme haben, Abnehmer für ihre Tiere zu finden. Die ISN fordert nun die Behörden auf, in der Fleischindustrie eine Erweiterung der Schlacht- und vor allem Zerlegekapazitäten zu ermöglichen. Nach mehreren schweren Corona-Ausbrüchen in der Fleischbranche konnten die Betriebe nur noch unter scharfen Hygieneauflagen produzieren, so dass nur noch geringere Mengen verarbeitet werden können.  Doch da erst am vorigen Donnerstag bei der Tönnies-Tochter Weidemark in Sögel ein Corona-Ausbruch mit inzwischen 81 Infizierten bekannt wurde, dürften solche Appelle von wenig Erfolg gekrönt sein. Doch für ISN und DRV bleibt: Für den Schweinemarkt ist das geballte Auftreten von ASP und Corona der Super-GAU. Der DRV fordert daher, dass auch am Sonntag geschlachtet werden darf.

Zucker aus Nord und Süd

Foto: Wilhelm Dürr / Südzucker

Nachdem das Wetter den Rübenbauern eine durchwachsene Saison beschert hatte mit zunächst lückigen Beständen aufgrund geringerer Niederschläge, konnte am Ende des Sommers doch noch einiges an Ertrag aufgeholt werden. Das bilanziert Nordzucker. Der Zuckerproduzent mit Sitz in Braunschweig lädt am Mittwoch ein zur virtuellen Hauptversammlung. Das Geschäft mit Zucker ist schwierig; der Anbau der Rüben auch, seitdem Neonicotinoide keinen Einsatz mehr finden dürfen. Nordzucker fährt zwar ein Sparprogramm durch die Verschlankung der Organisation und Einsparungen bei Sachkosten, will aber, so hat es der Konzern noch im Mai bekräftigt, von Werkschließungen absehen.
Am Donnerstag ist die Südzucker AG in Mannheim an der Reihe und legt ihre Halbjahresbilanz vor. Südzucker hat bekanntlich vier Zuckerfabriken stillgelegt. Im Segment Zucker konnte das Unternehmen zuletzt seine Verluste begrenzen, was insbesondere auf einen steigenden Zuckerpreis zuückzuführen ist. Cropenergies, die Bioethanol-Tochter, wurde durch Mobilitätsbeschränkungen während des Corona bedingten Lockdowns zwischenzeitlich ausgebremst. Dagegen entwickelte sich das Geschäft mit Spezialitäten wie Stärke zuletzt positiv, sodass Südzucker für das Geschäftsjahr 2020/21 bislang weiterhin von einem höheren Umsatz und operativen Ergebnis ausgeht als im Vorjahr.

Neue Marktimpulse aus Übersee

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Am Freitag veröffentlicht das US-Agrarministerium USDA seinen Marktbericht „Wasde“. Schon in der Vorwoche hatte das USDA den Getreidemärkten Auftrieb verliehen, als es in seinem vierteljährlichen Bestandsbericht unerwartet niedrige Weizen-, Mais- und Sojavorräte veröffentlichte. Daraufhin stiegen die Preise an den Börsen zunächst deutlich an, kühlten sich aber auch bald wieder ab. Ob der Wasde-Bericht ähnliche Impulse bringen wird, bleibt abzuwarten. Zur weltweiten Weizenernte sind, zumindest was die Nordhalbkugel betrifft, wenig Überraschungen zu erwarten. Mehr Spannungspotenzial steckt in den Mais- und Sojazahlen. Denn für beide Feldfrüchte laufen die Ernten noch.

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