Die Top Themen: Trockenheit, Bayer: Zahlen & Hauptversammlung, Rentenbank zieht Bilanz

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird


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Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Redaktion agrarzeitung. 


Des einen Freud, des anderen Leid: Während das warme Sonnenwetter die Corona geplagten Gemüter aufheitert, steuern Landwirte womöglich auf Trockenschäden, Ertragsausfälle und Kontraktmiseren zu. Bayer präsentiert, weiter unter dem Damoklesschwert zehntausender Glyphosatklagen, seine Zahlen für das 1. Quartal 2020 und lädt am Dienstag zur virtuellen Hauptversammlung. Und die Rentenbank legt ihre Bilanz für 2019 vor.

imago images / Jan Huebner

Trockenheit und der Mars

Sonnenstrahlen und Temperaturen teilweise deutlich über der 20-Grad-Marke freuen den einen oder anderen Bürger, der im Garten oder in öffentlichen Parks versucht, der neuen Corona-Normalität etwas Positives abzugewinnen. Den Landwirten steht aber durch die warmen Temperaturen bei gleichzeitigem Niederschlagsmangel womöglich ein weiterer Dürresommer ins Haus. Besonders für Ackerbauern und Tierhalter im Norden und Osten, die schon in den vergangenen zwei Jahren mit den Folgen der Trockenheit zu kämpfen hatten, ein beunruhigendes Szenario. In diese Stimmung trifft am Montag der Monatsbericht des EU-Prognosedienstes MARS. Die Experten treffen unter anderem anhand von Satellitendaten Aussagen zum Zustand der wichtigen Feldkulturen. Der Blick bleibt dabei nicht auf die Europäische Union beschränkt, sondern nimmt auch Russland und die Ukraine mit unter die Lupe. Für Marktteilnehmer in diesen Zeiten aufschlussreiche Daten. Trockenheitssorgen beeinträchtigen übrigens schon das Handelsgeschehen am deutschen Kassamarkt. Makler sprechen davon, dass das Geschäft mit der neuen Ernte, die nun bekanntlich nicht mehr weit entfernt ist, außergewöhnlich zögerlich verläuft. Schon in den Vorjahren war von unüblich schleppender Geschäftstätigkeit die Rede. Das ist absolut nachvollziehbar: Wem Nachverhandlungen und ausgefallene Kontrakte 2018 noch in lebhafter Erinnerung sind, will möglichst wenig Risiko in seine Bücher nehmen. (Foto: Imago Images / Jan Huebner)


Rentenbank zieht Bilanz

Die Rentenbank gibt jetzt Liquiditätshilfen frei.
Foto: Rentenbank
Die Rentenbank gibt jetzt Liquiditätshilfen frei.

Die Förderbank für die Landwirtschaft steht derzeit im Rampenlicht mit ihren Hilfskrediten in der Coronakrise. Sicher ein bestimmendes Thema, wenn die Rentenbank am Dienstag ihre Bilanz für 2019 vorlegt. Das Finanzinstitut kann mit seinen Corona-Krediten nicht mit dem Programm der KfW mithalten. Beim KfW-Schnellkredit haftet der Staat zu 100 Prozent für säumige Schuldner; beim Rentenbank-Kredit mit Bürgschaft übernimmt der Fiskus 90 Prozent des Risikos. (Foto: Rentenbank)

Bayer-Baumann hofft auf virtuelle Entlastung

Bayer-Chef Werner Baumann ist mit dem operativen Agrageschäft zufrieden.
Foto: Bayer
Bayer-Chef Werner Baumann ist mit dem operativen Agrageschäft zufrieden.

Erst vor wenigen Wochen hat Bayer in den USA einem Vergleich über knapp 40 Mio. US-$ wegen irreführender Etiketten auf dem Monsanto-Produkt Roundup zugestimmt. Konkret geht es um die mutmaßliche Verschleierung von Gesundheitsgefahren, die von dem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel ausgehen. Zwar ist dieses Verfahren noch nicht durch alle Instanzen durch. Gemessen an den schätzungsweise 10 bis 12 Mrd. US-$, die dem Konzern durch Kosten für Vergleiche bei rund 49.000 Klagen wegen vermeintlicher Krebsrisiken durch Glyphosat ins Haus stehen, sind diese schlappen 40 Millionen schon fast zu vernachlässigen. Die Coronakrise verzögert zwar all diese Verfahren, nicht aber die Bayer-Hauptversammlung. Die soll nun plangemäß am Dienstag stattfinden, allerdings, Corona sei Dank, im Netz. Bayer-CEO Baumann hofft, dass ihm die Aktionäre dieses Jahr die Entlastung zuteil werden lassen, die sie ihm im Vorjahr verwehrt haben. Analysten zufolge könnte die Verzögerung des Vergleichs in den zehntausenden Glyphosatklagen Baumann in die Karten spielen, eben weil das Geld noch nicht den Besitzer gewechselt hat. Am Montag, einen Tag vor der Hauptversammlung, legt der Leverkusener Konzern die Zahlen für das 1. Jahresquartal 2020 vor. Analysten sehen hier positiv, dass Bayers Agrarsparte robust durch die Coronakrise kommen sollte, da die Landwirtschaft als systemrelevant gilt, und daher – anders als etwa Restaurants oder die Tourismusbranche – weiterarbeiten kann. Dass Bayer international ein echt großes Rad dreht, um an Medikamenten gegen Covid-19 zu forschen, dürfte das Konzernimage, das seit der Monsanto-Übernahme den einen oder anderen Kratzer hat, aufpolieren. (Foto: Bayer)

Klöckner kocht

Eigentlich ist dieser Termin unter harten, wirtschaftlichen und politischen Voraussetzungen absolut zu vernachlässigen. Aber da der EU-Agrarrat Montag und Dienstag ausfällt, kann die Bundesagrarministerin sich anderen Terminen widmen. Konkret wird Julia Klöckner am Dienstag dabei gefilmt, wie sie mit Starkoch Johann Lafer erläutert, wie man mit kleinem Geldbeutel zuhause ein nahrhaftes Essen zubereitet. Das hat wie gesagt eher eine sozialpolitische als agrarpolitische Dimension, aber es ist immerhin bemerkenswert, dass das Bundesagrarministerium Pressevertretern zum ersten Mal in den Hochzeiten der Coronakrise wieder eine Vorschau auf die Termine des Spitzenpersonals schickt – und sei diese noch so überschaubar.

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