Die Top Themen: Virtuelle Grüne Woche, Zukunftsversprechen Digitalisierung, Zukunft der Nutztierhaltung

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird

Foto: Privat

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Chefredakteurin der agrarzeitung (az).

In dieser Woche läuft der politische Dialog auf Hochtouren. Denn zur Grünen Woche, egal ob analog oder digital, suchen alle Akteure, die politisch Rang und Namen haben oder sich selbiges zuschreiben, ihre Bühne. Auch im Umfeld der virtuellen Messe werden spannende Fragen diskutiert – etwa zur Zukunft des Agrarhandels oder zur Zukunft der Nutztierhaltung in Deutschland. 

Virtuelle Grüne Woche startet

Foto: Messe Berlin

Zwei Tage statt zwei Wochen, virtuelle Meetings statt Häppchen in der Messehalle und Pressekonferenzen: Am Mittwoch startet die Internationale Grüne Woche digital und bietet ein übersichtliches Programm bis einschließlich Donnerstag. Bereits am Montag geht es los mit dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA), das vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) traditionell parallel zur Grünen Woche ausgerichtet wird. Das virtuelle, internationale Agrarministerforum widmet sich von Montag bis Freitag der Fragestellung, wie die Welt trotz Klimawandel und Pandemien künftig weiter ernährt werden kann. Think big – das sind wahrlich große Fragen! Passend dazu geht es um Lehren aus der Covid-19-Pandemie für resiliente Wertschöpfungsketten, Landwirtschaft und Klimawandel sowie um Wertschöpfungsketten und Ernährungssysteme in Städten und in der Region.

Neben dem GFFA schafft das BMEL einen weiteren Informationskanal zur Grünen Woche unter www.bmel.de/igw. Dort stehen Themen wie gesunde Ernährung, die Zukunft der Nutztierhaltung featuring Borchert Kommission sowie die Zukunft des Waldes auf dem Programm. Und Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) stellt sich in einem Bürgerdialog den Fragen der Verbraucher. Wenn schon im Superwahljahr der Zwei-Wochen-Marathon aus Shake Hands und Fototerminen zur analogen Grünen Woche fehlen, muss die Ministerin virtuell alle Möglichkeiten ausschöpfen. Für Klöckner ist der Jahresauftakt ohnehin eine arbeitsreiche Zeit, hat sie doch erst am Wochenende den ersten virtuellen Parteitag der CDU in der Geschichte der Christdemokraten hinter sich gebracht. Nicht ganz ungestört, war doch das Bündnis „Wir haben es satt!“ mit Protesten vor der Parteizentrale mit von der Partie. Welche Klöckners Ministerium prompt mit der Aussendung eines Faktenchecks der Kritik an Medienvertreter konterte. 


Und im Grüne-Woche-Programm selbst? Die Fragestunden mit dem Verband der Agrarjournalisten und Bundesagrarministerin Julia Klöckner sowie Bauernpräsident Joachim Rukwied finden auch digital statt. Üblicher Weise eine willkommene Gelegenheit für Fachjournalisten und Fachjournalistinnen, unbequeme Fragen zur Agrarpolitik zu stellen. Und wie auch zu analogen Grüne-Woche-Zeiten, ist das Programm im Umfeld der Messe ebenfalls spannend: So bieten die Grünen eine ganze Konferenzreihe zur Zukunft der Ernährung an – virtuell, versteht sich. Und am Montagabend veranstaltet die FDP eine digitale Podiumsdiskussion zum Thema „Mehr als nur raus aus der Krise – Wie sich der Agrarhandel verändert“. Mit von der Partie sind neben FDP-Frontmann Christian Lindner RWZ-CEO Christoph Kempkes, der Gründer des Start-ups Agrimand, Lars Lehmann, sowie Bianca Lind, Teamleiterin Nachhaltigkeit bei der Agravis und die Landwirtin Johanna von Münchhausen vom Gut Rosenkrantz. Beide – die FDP und der Agrarhandel – dürften allzu vertraut damit sein, in Krisen zu stecken, aus denen sie sich mühsam hervorarbeiten müssen. Während der Agrarhandel gegen enge Margen und eine strikter werdende Agrarumweltpolitik bestehen muss, muss die FDP sich stetig über die politische Wahrnehmungsschwelle retten.

Mit der Digitalisierung die Landwirtschaft in die Zukunft retten

Foto: Imago Images / Westend 61

Pflanzenschutz reduzieren, Düngung regulieren und gleichzeitig Erträge und Artenvielfalt retten – die Digitalisierung wird’s schon richten! Verkürzt lassen sich so viele politische Heilsversprechen zusammenfassen. Bei der Agrartalkshow im Rahmen der digitalen Fachtagungen Düngung 2020/21 der SKW Piesteritz am Dienstagabend ab 18 Uhr diskutiert az-Redakteurin Daphne Huber mit Experten aus Agrarwirtschaft, Wissenschaft und Landwirtschaft, ob es wirklich nur 3 Klicks braucht, bis der Weizen wächst. Werden Landwirte in nicht mehr allzu ferner Zukunft den Ackerbau nur noch vom Schreibtisch aus steuern? Welchen Einfluss wird die Digitalisierung auf die Landwirtschaft in den nächsten Jahren ausüben? Welche Potenziale, aber auch Gefahren bringt der neue Innovationsschub mit sich? Das sind die Fragen, die Prof. Dr. Peter Breuning von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Ralf Kalmar vom Fraunhofer-Institut, der Landwirt Georg Mayerhofer und Dr. Maximilian Severin von der SKW Piesteritz gemeinsam diskutieren.

Die Zukunft der Nutztierhaltung

Foto: mago images / Christine Roth

Die Frage drängt schon seit einiger Zeit. Aktuell ist ein Punkt erreicht, an dem Politiker gleich welcher Couleur den Schulterschluss suchen, um Lösungen dafür zu finden, wie die Schweinehaltung in der Zukunft aussehen sollte. Das beweist die gemeinsame Einladung der Agrarressortchefs aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, Ursula Heinen-Esser (CDU) und Jan Philipp Albrecht (Grüne) zu einer virtuellen Diskussionsrunde am Donnerstag zu dem Thema. Denn die Zukunft der Schweinehaltung in Deutschland ist kein Selbstläufer. Im Zuge der Corona-Pandemie kam es 2020 zu massiven Absatzeinbrüchen in der Gastronomie. Auch die Schlachtbänder namhafter Fleischverarbeiter standen zum Teil wochenlang still – Resultat war der wohlbekannte Schweinestau, der immer noch nicht aufgelöst ist. Zudem versperrt die in Brandenburg und Sachsen aufgetauchte Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen wichtige Vermarktungskanäle für deutsches Schweinefleisch in Drittstaaten.  Darüber hinaus läuft die politische Debatte darüber, die Nutztierhaltung nachhaltiger zu gestalten und den Tierschutz in der Schweinehaltung zu stärken, weiter auf Hochtouren. Jetzt diskutieren also die nordrhein-westfälische  Ministerin und der schleswig-holsteinische Minister gemeinsam mit den Agrarökonomen Prof. Dr. Marcus Mergenthaler von der Fachhochschule Südwestfalen in Soest und Prof. Dr. Uwe Latacz-Lohmann von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel darüber, wie die Schweinehalter den Sprung in eine Zukunft schaffen sollen, die höhere Anforderungen an Tierwohl und Umweltleistungen bereithält – und gleichzeitig am besten noch ökonomisch auskömmlich sein sollte. Moderiert wird die Debatte von der az-Redakteurin und Expertin für Landespolitik, Daphne Huber.

 

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