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az-Wochenstart: Was Wichtig Wird


In dieser Woche regnet es geradezu harte Fakten in der Agrarwirtschaft. Der Industrieverband Agrar lädt in Zeiten von Corona zur virtuellen Jahrespressekonferenz. Außerdem gibt es Quartalszahlen von Agco, Baywa, Bunge, Verbio und Co.

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Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre. Ihre Stefanie Pionke, Redaktion agrarzeitung (az).

Virtuelle Betriebsmittelwelt

Auch digital wollen die Dickschiffe des Agrarhandels ein feines, globales Netz spannen.
Bild: Pixabay / geralt
Auch digital wollen die Dickschiffe des Agrarhandels ein feines, globales Netz spannen.

Normalerweise fühlen sich Anbieter von Pflanzenschutzmitteln als Buhmänner der Nation. In Zeiten der Dünge-Verordnung sehen sich auch alle, die Dünger ausbringen, handeln oder herstellen in der Defensive. Plus: Das Geschäft macht nicht wirklich Spaß, seit restriktivere politische Vorgaben im Sinne der Nachhaltigkeit oder auch eines „weniger ist mehr“ die Absatzperspektiven drücken. Hinzu kommt das Kartellverfahren im Pflanzenschutzgroßhandel. Damit hat die Industrie zwar nichts zu tun, da ja die Großhandelsstufe bei Rabatten und Preisen gemauschelt haben soll. Aber hinter vorgehaltener Hand meckert doch der eine oder andere Händler über eine vermeintlich aggressive Vertriebs- und Preispolitik seitens der Industrie. Um auf den Punkt zu kommen: Ein Verband mit kommunikativen Herausforderungen, der Industrieverband Agrar (IVA), lädt am Dienstag ein zur virtuellen Jahrespressekonferenz, da bekanntlich aufgrund der Corona-Pandemie keine Präsenzveranstaltungen stattfinden dürfen. In der Coronakrise haben politische Entscheidungsträger vordringlichere Sorgen als die Reduktion von Pflanzenschutz; der Entwurf zu Dünge-VO wurde zwar unlängst durch den Bundesrat gepeitscht. Allerdings greift das Regelwerk erst – aufgrund Corona – mit zeitlichem Aufschub. Und auch die „Farm-to-Fork-Strategie“ der neuen EU-Kommission, die nach allem, was man bisher weiß, auch dem Einsatz von Pflanzenschutz runterschrauben möchte, verzögert sich aufgrund von Corona. Spannend ist indessen, was Corona mit den Lieferketten für Wirkstoffe angestellt hat. (Foto: Pixabay)

Quartalszahlen-Regen

Wie viel geld die Landwirte
pixabay
Wie viel geld die Landwirte

Diese Woche geht es richtig ab in den Homeoffices. Zahlreiche Unternehmen aus der internationalen Welt der Agrarwirtschaft legen Quartalsbilanzen vor. Am Dienstag etwa ist Agco an der Reihe. Die Konzerntöchter Fendt und Massey Ferguson haben erst in der Vorwoche in Deutschland beziehungsweise Frankreich die Produktionsbänder wieder angefahren, nachdem die Produktion aufgrund der Coronakrise einige Wochen stillgestanden hatte. Mit Mundschutzmasken und unter Abstandsregeln soll die Fertigung schrittweise hochgefahren werden. Grund für die Zwangspause: Unterbrochene Lieferketten infolge der Coronakrise. Sicherlich ist hierbei der Ausblick der Konzernspitze interessant, wie diese die weiteren Absatzperspektiven im Schatten der drohenden Rezession einschätzt. Am Mittwoch folgt der US-Agrarkonzern Bunge. Der Blick auf das Getreidegeschäft könnte etwas positiver ausfallen, nachdem US-Präsident Donald Trump sich plakativ hinter die Fleischwirtschaft in den Vereinigten Staaten gestellt hat und dieser Hilfen zusichern will, um die Produktion zu stützen. Heißt: Bessere Perspektiven für den Futterabsatz. Weniger positiv dürften es die Agraranalysten des Konzerns beurteilen, dass Trump der chinesischen Regierung mit weiteren Strafzöllen droht. Der Grund: Der US-Präsident will Beweise dafür haben, dass das Coronavirus versehentlich aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan freigesetzt wurde.

Am Donnerstag ist die Baywa an der Reihe, um die Zahlen für ihr erstes Jahresquartal 2020 zu veröffentlichen. Die Münchner sind nach eigenen Angaben in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem Investor für eine Minderheitsbeteiligung an der Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa r.e. Eigentlich sollte der Deal schon vor Ende des ersten Jahresquartales in trockenen Tüchern sein. Doch dann kam Corona. Außerdem hat die Baywa das Bundeskartellamt verklagt. Im Kartellverfahren gegen den Pflanzenschutzgroßhandel sieht die „Grüne AG“ nämlich die Grundsätze eines fairen Verfahrens verletzt. Denn: Drei Wettbewerber seien vorzeitig von den Behörden über Verdachtsmomente informiert worden und waren so bei der Beantragung der Kronzeugenregelung im Vorteil. Auch das wird sicher von Interesse sein, wenn die Baywa ihre Quartalszahlen vorlegt. Außerdem präsentiert Corteva die Zahlen für das 1. Quartal und Verbio berichtet über sein Q3. Also genug Zahlenfutter für Analysten und Journalisten. (Foto: Pixabay)

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