Die Top Themen: ZDAE 2021 / GAP-Umsetzung im Bundestag / Südzucker-Bilanz / Bayer & Glyphosat

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Chefredakteurin der agrarzeitung (az).

Foto: Privat


Unter dem Motto "Konzepte statt Phrasen gesucht" steht der 8. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung von agrarzeitung (az) und DIE ZEIT in dieser Woche. Kernthema: Wie der nachhaltige und gleichzeitig profitable Umbau der Landwirtschaft gelingen kann. Mit von der Partie sind hochkarätige Referent:innen aus Agrarwirtschaft, -wissenschaft und -politik. Außerdem legt Südzucker seine Bilanz vor, bei Bayer steht eine wichtige Glyphosat-Anhörung in den USA an und Bundesagrarministerin Klöckner hält eine Rede im Bundestag zur GAP-Reform.


Konzepte statt Phrasen gesucht – 8. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung

Foto: az / DIE ZEIT

Handelt es sich um eine der tiefgreifendsten EU-Agrarreformen überhaupt – oder bleibt die neue Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) beim nachhaltigen Wandel der Landwirtschaft auf  halben Weg stecken? Diese Frage polarisiert in der öffentlichen Debatte um einen stärken Fokus auf Agrarumweltmaßnahmen in der künftigen GAP: Während Landwirtinnen und Landwirte vor einer Agrarwende mit der Brechstange warnen, können die Umweltauflagen für die landwirtschaftliche Produktion manch einem Politiker und manch einer Naturschützerin nicht streng genug sein. Doch wer hat Recht? Und wie kann es gelingen, die Landwirtschaft nachhaltiger und gleichzeitig für die Erzeugerinnen und Erzeuger profitabel zu gestalten? Diese und andere Fragen beantwortet der mittlerweile 8. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung von agrarzeitung (az) und DIE ZEIT, der an diesem Mittwoch digital stattfindet. Wie die künftige GAP und der Green Deal die Landwirtschaft nachhaltiger prägen können – und zu welchem Preis, dazu äußern sich EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Norbert Lins, der Vorsitzende des Agrarausschusses im Europaparlament, Martin Häusling (Grüne), Agrarpolitiker im Europaparlament, Dr. Lilian Busse, Vizepräsidentin des Umweltbundesamtes, Werner Schwarz, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes und Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein sowie Livido Tedeschi, Senior Vice President - Agricultural Solutions Europe, Africa, Middle East, CIS Countries, BASF SE.

Unterdessen sind die Protestkolonnen von Landwirten auf ihren Traktoren im Berliner Regierungsviertel bestimmt noch vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Agrarbranche präsent. Ihren Schwerpunkt hatten die Proteste im Herbst und Winter 2019, doch auch danach fanden immer wieder Demonstrationen von Landwirtinnen und Landwirten, unter anderem jüngst gegen das Insektenschutzgesetz, statt. Wie wird die Landwirtschaft gesellschaftlich fest verankert – und somit auch wertgeschätzt? Auch damit befasst sich der Zukunftsdialog. In wenigen Wochen will die Zukunftskommission Landwirtschaft, die von der Bundesregierung eingesetzt wurde, ihren Vorschlag für eine gesellschaftlich verankerte Agrarpolitik unterbreiten. Beim Zukunftsdialog sitzt der Vorsitzende des Gremiums, Prof. Peter Strohschneider, mit auf dem virtuellen Podium und debattiert darüber, wie der Weg zu einer gesellschaftlich verankerten Landwirtschaft beschritten werden kann. Außerdem mit von der Partie: Barbara Otte-Kinast, Landwirtschaftsministerin in Niedersachsen, Myriam Rapior, Vorstandsmitglied BUND-Jugend, Michael Wagner, Vice President Agraricultural Solutions Europa Nord, BASF, sowie Carsten Stegelmann, Geschäftsführer der Trantower Agrar GmbH in Mecklenburg-Vorpommern.

Ebenfalls zukunftsweisend ist die Fragestellung, wie die gesamte Wertschöpfungskette Lebensmittel vom Feld bis zum Teller auf solidere Füße gestellt werden kann – sprich: wie Lebensmittelpreise so gestaltet werden können, dass auch Landwirte ein gutes Auskommen haben. Welche Verantwortung hat der Lebensmitteleinzelhandel für die Landwirtschaft, ist passend dazu eine weitere Diskussionsrunde auf dem Zukunftsdialog überschrieben. Hierzu diskutieren Dirk Andresen, Landwirt und Sprecher Land schafft Verbindung Deutschland e.V., Dr. Gero Hocker, Agrarpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbandes Deutschland und Prof. Achim Spiller, Experte für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte an der Universität Göttingen.

Weiteres Thema: Welche Ernährungstrends haben eine besonders starke Auswirkung auf die Agrarmärkte und sind beständig.

Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung zum Zukunftsdialog Agrar & Ernährung am Mittwoch, 19. Mai, ab 9:30 Uhr!

Umsetzung der GAP-Reform im Bundestag

Foto: Imago Images / Steinach

Der Showdown im Trilog zwischen Europaparlament, EU-Agrarministerrat und EU-Kommission ist zwar erst für den 26. und 27. Mai geplant, doch Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hält schon an diesem Mittwoch im Bundestag eine Rede zur nationalen Umsetzung der Reform der EU-Agrarpolitik (GAP). Folgende Wegmarken haben die Bundesministerin und die Agrarministerinnen und -minister in den Bundesländern unter anderem bereits nach zähem Ringen eingeschlagen: 25 Prozent der Direktzahlungen werden künftig für die Öko-Regelungen oder auch Eco-Schemes, die neuen Umweltprogramme in der 1. Säule der GAP, reserviert. Als ambitioniert gilt Beobachtern die Umschichtung von der 1. in die 2. Säule der GAP, die sich Deutschland vorgenommen hat: Losgehen soll es 2023 mit 10 Prozent, im Jahr 2026 soll der Umschichtungssatz bereits 15 Prozent betragen. Nun ist die spannende Frage, auf welchen Anteil der 1.-Säule-Mittel sich der Trilog bei den Eco-Schemes verständigen wird. Hier liegen Rat und Parlament noch auseinander: Während die EU-Agrarminister zunächst 22 Prozent der Direktzahlungen für Eco-Schemes reservieren wollen und in der Reformperiode sukzessive auf 25 Prozent aufstocken möchten, fordern die Europaparlamentarier, mindestens 30 Prozent des Direktzahlungsbudgets für die Umweltleistungen zur Seite zu legen. Setzt sich das Parlament durch, muss auch Deutschland seinen Anteil aufstocken.

Südzucker zieht Bilanz – Glyphosat-Etappe für Bayer

Foto: Wilhelm Dürr / Südzucker

Jenseits der Politik, gibt es auch in der Agrarwirtschaft interessante Termine: Am Donnerstag wird der Südzucker-Konzern seine Prognose für das Geschäftsjahr 2020/21 vorlegen. Vorläufige Zahlen haben die Mannheimer bereits veröffentlicht: Demnach erwartet das Unternehmen einen Konzernumsatz von rund 6,7 Mrd. € und somit auf Vorjahresniveau. Das operative Konzernergebnis verdoppelte sich 2020/21 im Vorjahresvergleich nahezu auf rund 230 (Vorjahr: 116) Mio. €. Zu diesem Anstieg trug besonders das Segment Zucker bei. Für das Unternehmen, das im Jahr 2019 fünf Werke mit einem jährlichen Verarbeitungsvolumen von 700.000 t in Deutschland, Frankreich und Polen geschlossen hat, scheinen also wieder unaufgeregtere Zeiten anzubrechen.
Bei Bayer wiederum könnte es diese Woche – vorausgesetzt, der Termin wird nicht wieder verschoben – noch einmal spannend werden. In den USA steht nämlich eine wichtige Etappe rund um die rechtlichen Auseinandersetzungen über das Totalherbizid Glyphosat an: Eine bedeutsame Anhörung vor dem US-Bezirksrichter Vince Chhabria zum Umgang mit Beilegungen um künftige Klagen wegen der mutmaßlich krebserregenden Wirkung von Glyphosat soll nach mehrfacher Verschiebung am Mittwoch stattfinden. Unterdessen berichten Finanzmedien von wachsender Ungeduld der Bayer-Aktionäre in Sachen Glyphosat. Auf der Hauptversammlung vor zwei Wochen  hatten Anteilseigner vom Bayer-Management mehr Tempo in der Beilegung der Rechtsstreitigkeiten angemahnt, die Bayer mit dem Kauf von Monsanto quasi mitübernommen hat.

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