Die Top Themen: ZKL übergibt Bericht an Kanzlerin, Erntestart in Nauen, Bayer AgrarGespräch

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Chefredakteurin der agrarzeitung (az).

Foto: Privat

In der neuen Woche stehen die Übergabe des Abschlussberichtes der Zukunftskommission Landwirtschaft an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Programm. Der Deutsche Bauernverband setzt den Auftakt zur neuen Ernte und beim AgrarGespräch von Bayer und agrarzeitung (az) steht die Frage im Vordergrund, wie Ländliche Räume zu attraktiven Zentren für wirtschaftliches und soziales Leben werden.

Zukunftskommission trifft Kanzlerin

Die Zukunftskommission zum Antritt.
Foto: Bundesregierung / Sandra Steins
Die Zukunftskommission zum Antritt.

Am Dienstag hat das 31-köpfige Gremium seine Arbeit offiziell beendet: Dann übergibt die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) ihren Abschlussbericht an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Schon als Ergebnisse aus dem Abschlusspapier in der Vorwoche bekannt wurden, haben sie hohe Wellen geschlagen. Denn die ZKL verlangt in ihrem Konzept für eine zukunftsfähige Agrarwirtschaft Zugeständnisse auf allen Seiten. So stellt sich der Deutsche Bauernverband hinter einen Bericht, der eine Reduzierung der Tierbestände und geringeren Fleischkonsum zugunsten einer vermehrt pflanzlichen Ernährung fordert. Umweltschützer im Gremium wiederum erkennen an, dass moderne Züchtungsmethoden wie die Genschere Crispr/CAS Teil der Lösung auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft sind. Allen Beteiligten aus dem Agrarbereich dürften zunächst Schwierigkeiten damit gehabt haben, sich hinter die Umwandlung der Direktzahlungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu einer Prämie für öffentliche Leistungen, etwa im Umwelt- und Klimaschutz, zu stellen. Und in den jeweiligen Verbänden, aus denen die Delegierten der ZKL stammen, dürfte jetzt viel Erklärungsarbeit angesagt sein. Denn eines dürfte klar sein: In künftigen Reformdebatten können dieselben Verbandsfürsten, die zuvor am ZKL-Bericht mitgewirkt haben, kein Festhalten am Status Quo der GAP-Flächensubventionen proklamieren. Ähnlich müssen Umweltschützer demnächst genau darüber nachdenken, ob sie sich mit Kampagnen gegen Grüne Gentechnik künftig unglaubwürdig machen. 


So viel Radikalität hat dem Gremium wohl kaum einer zugetraut, als dieses im Lichte der Bauernproteste im Herbst 2019 von der Bundesregierung installiert wurde. Ob die Abschlussempfehlungen im Sinne der Initiative „Land schafft Verbindung“ sind, die die Traktorenproteste seinerzeit buchstäblich ins Rollen brachten, darf ebenso angezweifelt werden.

Zweiter Anlauf zum Erntestart

Foto: IMAGO/ Martin Wagner

Eine Woche später als ursprünglich geplant, lädt der Deutsche Bauernverband (DBV) am Mittwoch zum offiziellen Erntestart 2021 nach Nauen in Brandenburg. Anders als in den heißen und trockenen Vorjahren, hat der Gerstendrusch in diesem Jahr bislang nur vereinzelt begonnen. Kühles und nasses Wetter verzögerte zunächst die Reifung der Bestände, dann kamen mindestens einmal unbeständiges Wetter sowie regelrechte Gewitterexplosionen hinzu. Aufwuchs und Pilzbefall lauten die Schlagworte, die Erzeugern hierzulande derzeit die Sorgenfalten auf die Stirn zeichnen.  

Sommerpause

In der Zeit der parlamentarischen Sommerpause macht der az-Wochenstart-Newsletter ebenfalls Ferien. Über den Fortschritt der Ernte und das Geschehen an den Märkten, das in den Sommermonaten für die Agrarbranche im Vordergrund steht, halten wir sie täglich unter www.agrarzeitung.de auf dem Laufenden. Mit unserem Newsletter „Märkte am Mittag“ informieren wir Sie täglich über den Erntefortschritt.


Derweil hat das US-Agrarministerium in der Vorwoche den Bären am Markt ein Stück weit den Wind aus den Segeln genommen. Die Aussaatflächen für Mais- und Sojabohnen zur neuen Ernte in den Vereinigten Staaten fallen kleiner aus, als von Marktanalysten geschätzt – das geht aus der jüngsten Flächenschätzung hervor.

Wertschöpfung versus Wertschätzung?

Foto: Bayer

Die Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse hat in den vergangenen drei Jahren einen mittleren, dreistelligen Millionenbetrag in die Strukturentwicklung ländlicher Räume gesteckt. Der Bund hat sich zudem eine Art Selbstverpflichtung auferlegt, Behörden und Forschungseinrichtungen künftig bevorzugt in ländlichen Gebieten anzusiedeln. Der Sinn der Übung: Der Ländliche Raum soll aufgewertet und zum Konjunkturmotor werden. Doch sind solche Initiativen zielführend? Wie kann die Landwirtschaft in ländlichen Gebieten, den Sehnsuchtsorten vieler Städter, nachhaltig gestärkt werden? Wie werden Dörfer zu lebendigen Zentren? Kann es gelingen, Infrastruktur im Ländlichen Raum zu halten, statt zurückzubauen? Und gibt der Corona bedingte Schub für Homeoffice, mobiles Arbeiten und generell zeitlich und räumlich flexibles Arbeiten Anlass zur Hoffnung, dass die Dichotomie Stadt versus Land an Bedeutung verliert – und sich gleichwertige Lebensverhältnisse automatisch einstellen? Diese und andere Fragen sollen beim AgrarGespräch von Bayer und agrarzeitung (az) am Mittwoch ab 8 Uhr live und digital zum Thema „Zukunft ländlicher Räume – innovativ oder doch abgehängt?“. Es diskutieren Carina Konrad, Bundestagsabgeordnete der FDP, Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Dr. Andreas Möller, Unternehmenskommunikator und Publizist sowie Peter R. Müller, Geschäftsführer Bayer CropScience Deutschland, mit  Stefanie Pionke, az-Chefredakteurin.

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