Digitalisierung

Ernährungsindustrie vor digitaler Revolution

Die Digitalisierung in der Ernährungsindustrie betrifft alle Bereiche, meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.
Foto: J_Struck
Die Digitalisierung in der Ernährungsindustrie betrifft alle Bereiche, meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Die Ernährungsindustrie in Deutschland sieht die Digitalisierung als große Chance. Der Aufbau von Digitalkompetenz bereitet große Probleme.

Die laufenden Prozesse der Digitalisierung werden die Lebensmittelindustrie im Lauf der kommenden zehn Jahre radikal verändern. Diese Meinung vertritt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom), Dr. Bernard Rohleder. Beleg dafür sei eine gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) erarbeitete Studie, sagte er am Dienstag in Berlin. Danach würden 84 Prozent der befragten 304 Unternehmen der Ernährungsindustrie mit mehr als 20 Mitarbeitern die Digitalisierung als Chance betrachten. Gleichzeitig sähen sie jedoch noch hohe Hürden auf dem Weg dorthin.



Die Digitalisierung werde somit nicht bei der Landwirtschaft aufhören, äußerte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Vielmehr bringe sie für die Unternehmen der gesamten Produktions- und Verarbeitungskette und auch für die Verbraucher ganz neue Dimensionen mit sich, etwa im Bereich der Lebensmittelsicherheit. Wichtig sei nun, dass digitale Prozesse vom Acker bis zum Tellerrand verzahnt würden, so Minhoff.

Doch gelte es auch noch verschiedene Hindernisse zu bewältigen. So sehen 95 Prozent der befragten Unternehmen Defizite in der Entwicklung eines klaren Rechtsrahmens für Datensicherheit. Und 93 Prozent fordern einen verbesserten Ausbau der Breitbandversorgung. Ebenso stehen für 90 Prozent der praxistaugliche Datenschutz sowie mit 81 Prozent die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter weit oben auf dem Anforderungskatalog. 

Einen Engpass sehen die Unternehmen auch im Aufbau der Digitalkompetenz. Hier bestehe ein ausgeprägter Mangel an Fachkräften. Nur knapp drei von zehn Unternehmen verfügten über ein eigenes Team, welches sich ausschließlich mit der Digitalisierung beschäftige. Einen eigenen "Chief Digital Officer" hätten sogar nur drei Prozent der Unternehmen. Die Unternehmen seien bereit, in die Digitalisierung zu investieren. Jedoch fehle es an Fachkräften, um die digitale Transformation zu gestalten, sagte BVE-Chef Minhoff. Diesen Mangel gelte es möglichst umgehend zu beheben.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats