Digitalisierung

Ostdeutsche Bauern sind digitale Vorreiter

Die Land- und Forstwirtschaft schneidet bei der Digitalisierung vergleichsweise gut ab.
Foto: IAB
Die Land- und Forstwirtschaft schneidet bei der Digitalisierung vergleichsweise gut ab.

Handys und Breitband kommen schon häufig zum Einsatz - mehr aber noch nicht. Die Landwirtschaft im Osten zählt dabei sogar zu den Pionieren. Manche Arbeitgeber fürchten die Digitalisierung.

Der Einsatz von digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien ist mehrheitlich noch auf Basistechnologien beschränkt. Zu diesem Ergebnis kommt das IAB Betriebspanel, eine Arbeitgeberbefragung im Auftrag der Bundesregierung.
Das Panel stellt unter anderem die technologische Situation in Ostdeutschland dar. Und dabei kommt die Land- und Forstwirtschaft vergleichsweise gut weg. Immerhin 12 Prozent der Betriebe weisen einen hohen Digitalisierungsgrad auf. Das bedeutet, dass diese Vorreiterbetriebe mehr als fünf digitale Technologien nutzen. Dazu zählen zum Beispiel IT-gestützte Arbeitsmittel, mobile Endgeräte, Software zur Prozessoptimierung, soziale Netzwerke zur Personalrekrutierung und zur Kommunikation sowie die digitale Auftragsvergabe und die Nutzung digitaler Absatzkanäle.

Nur das verarbeitende Gewerbe ist in Ostdeutschland mit einem Anteil von 15 Prozent an hoch digitalisierten Betrieben technisch noch weiter vorne. Im Durchschnitt sind in Ostdeutschland nur sieben Prozent der Betriebe so gut in Richtung digitaler Zukunft unterwegs. Das Schlusslicht bildet dabei die öffentliche Verwaltung mit nur 2 Prozent an digitalen Vorreitern. Die Nutzung spezifischer Technologien ist bislang auf eine Minderheit beschränkt, heißt es dazu in dem Bericht.

Digitaler Wandel macht auch Angst

Nicht jeder blickt erfreut in die digitale Zukunft. So rechnet fast jeder dritte Arbeitgeber mit steigenden psychischen Belastungen. Die stärksten Auswirkungen erwarten die befragten Arbeitgeber bei den Arbeitsinhalten: 41 Prozent der Betriebe gehen von einer Zunahme der Aufgabenvielfalt, 33 Prozent von einer Zunahme der parallel zu erledigenden Tätigkeiten und 27 Prozent von einer höheren Komplexität der Arbeitsaufgaben aus. Lediglich 12 Prozent gehen jedoch davon aus, dass die Beschäftigten künftig stärker über Zeit und Ort der Aufgabenerledigung bestimmen können. Der digitale Wandel wird nach Ansicht von 29 Prozent der Betriebe zu einer erhöhten psychischen Beanspruchung der Beschäftigten führen.


Im IAB Betriebspanel werden in jedem Jahr bundesweit über 15.000 Betriebe aller Wirtschaftszweige und Größenklassen im Auftrag des Ostbeauftragten der Bundesregierung befragt.

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