Direktzahlungen

Nabu fordert 2,4 Mrd. € für Naturschutz


Am Donnerstag treffen sich Agrarminister von Bund und Ländern, um über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik zu diskutieren. Der Naturschutzbund fordert die Hälfte der Direktzahlungen in den Umweltschutz zu investieren.

Rund 50 Prozent der Gelder, die Landwirte in Form von Direktzahlungen von der Europäischen Union erhalten, sollten den Ergebnissen einer Studie zufolge künftig in „naturverträglichere Bewirtschaftsungsformen“ fließen. Die Studie hatte der Nabu beim Institut für Agrarökologe und Biodiversität (Ifab Mannheim) in Auftrag gegeben. In Deutschland müssten demnach etwa 2,4 Mrd. Euro jährlich in entsprechende Naturschutzmaßnahmen fließen, fordert der Nabu mit Blick auf die in dieser Woche stattfindende Agrarministerkonferenz (AMK) im pfälzischen Landau. Auf der Agenda der AMK steht unter anderem die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).
Für die Umsetzung sei das neu geschaffene Förderinstrument „Eco Schemes“ innerhalb der ersten Säule der GAP, geeignet, analysiert das Ifab Mannheim. Im Rahmen von Eco Schemes will die EU-Kommission Maßnahmen für Umwelt- und Klimaschutz fördern. Nach den Plänen der EU-Kommission soll jeder Mitgliedstaat diese Maßnahmen auf freiwilliger Basis anbieten.

3,5 Mio. ha Acker- und Grünland für Naturschutz

Nach Berechnungen des Ifab Mannheim sollten mit den Eco-Schemes Maßnahmen auf mindestens 18 Prozent der Ackerfläche und auf 28 Prozent der Wiesen und Weiden umgesetzt werden – zusammen genommen auf rund 3,5 Mio. ha in Deutschland. Darüber hinaus sollte der Ökolandbau auf 1,7 Mio. ha gefördert werden, teilt der Nabu die Ergebnisse der Studie mit.  
Als "naturverträgliche Bewirtschaftsungsform" schlägt das ifab beispielsweise den Anbau von Extensivgetreide auf 15 Prozent der Ackerfläche vor. Dafür sollen Landwirte 400 Euro pro Hektar bekommen. Auf weiteren 3 Prozent sollten über- oder mehrjährige Blüh- und Brachestreifen entstehen, für die ein Landwirt eine Förderung von bis zu 750 Euro pro Hektar erhalten kann, sagen die Autoren der Studie. Im Grünland sollten artenreiche und extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden sowie Streuobstwiesen mit 350 bis 500 Euro pro Hektar unterstützt werden. Der Ökolandbau sollte 300 Euro erhalten.

Darüber hinaus müssten Landschaftselemente wie Hecken, Pufferstreifen und Brachflächen verpflichtend sein, wenn ein Landwirt Direktzahlungen empfängt, teilt der Nabu ein weiteres Ergebnis der Ifab-Studie mit.

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  1. Gerd Schaaf
    Erstellt 9. April 2019 17:34 | Permanent-Link

    Was bezwecken die NABU Leute damit. Soll das Insektensterben weiter beschleunigt werden. Die Krefelder Studie hat doch wohl eindeutig bewiesen, dass durch die Naturschutzmaßnahmen das Nahrungsangebot für Insekten stark reduziert wurde und damit verbunden ein Rückgang der Population einher ging. Denn so lange wie es in dem Gebiet konventionelle Landwirtschaft mit entsprechender Tierhaltung gab ( 80-er Jahre) gab es ausreichend Insekten. Erst als das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt wurde und die Landwirtschaft mit Tierhaltung eingeschränkt bis zur völligen Aufgabe der Höfe, konnten immer weniger Insekten nachgewiesen werden.
    Oder sind den einfach nur die Spendengelder ausgegangen?
    Landwirtschaftsgelder gehören nicht in die Händer solcher Leute.

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