DLG-Wintertagung

Klöckner steht für Zwei-Säulen-Modell


"Mit Wettbewerbsverzerrungen macht man keinen Bauern froh", Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf der Eröffnung der DLG Wintertagung. Sie will die gekoppelten Direktzahlungen in anderen Ländern streichen lassen.
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"Mit Wettbewerbsverzerrungen macht man keinen Bauern froh", Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf der Eröffnung der DLG Wintertagung. Sie will die gekoppelten Direktzahlungen in anderen Ländern streichen lassen.

Kämpfen für ein hohes Agrarbudget und gegen gekoppelte Prämien: Julia Klöckner hatte zur Wintertagung der DLG schmackhafte Botschaften mitgebracht. Für Paetows Streichungsidee bei den Flächenprämien findet sie keine Sympathie.

Viel Lob und Mut machende Worte hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner für die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) im Gepäck. „Ich finde es beeindruckend, was die DLG an Themen anstößt. Deswegen bin ich so gerne hier“, sagte sie am gestrigen Dienstag zur Eröffnung der DLG-Wintertagung in Hannover. 

Bei einer aktuell für viel Aufmerksamkeit sorgenden grundsätzlichen Frage unterscheidet sich allerdings die Position der Ministerin von der des DLG-Präsidenten Hubertus Paetow. „Das Zwei-Säulen-Modell muss beibehalten werden“, erklärte sie vor den rund 500 DLG-Mitgliedern. Wenige Tage vor der Wintertagung hatte Paetow gemeinsam mit dem Präsidenten des Anbauverbandes Bioland, Jan Plagge, über die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) eine klare Botschaft an die Öffentlichkeit gesandt: Die Direktzahlungen könnten seiner Meinung nach in den nächsten 15 Jahren schrittweise abgebaut werden. Er könne sich eine Agrarförderung weg von der Flächenprämie hin zu einer Ausgleichszahlung für gesamtgesellschaftliche Leistungen vorstellen.

Auch wenn für die Ministerin die Abschaffung der Flächenprämie kein Thema ist, will sie den veränderten gesellschaftlichen Wünschen an die Landwirtschaft nachkommen. Damit gehe die stärkere Bindung der Direktzahlungen an die Einhaltung von Umwelt- und Klimavorschriften und mehr Tierwohl einher, erklärt sie den DLG-Mitgliedern, deren Zahl in den vergangenen zehn Jahren um rund 10.000 auf mehr als 30.000 angewachsen ist. Sie arbeite an den Details für die konkrete Ausgestaltung der "Grünen Architektur". Sie verwendet damit die Begrifflichkeit von EU-Kommissar Phil Hogan und zeigt, dass sie die EU-Ideen zur GAP-Reform zumindest beim Thema Umweltleistungen unterstützt.


Die EU Vorschläge zu Kappung und Degression sieht die deutsche Landwirtschaftsministerin hingegen kritisch. Für sie sei das kein Beitrag zur (versprochenen) Entbürokratisierung, weshalb sie sie ablehne. Darüber hinaus macht sie sich stark für die Abschaffung von wettbewerbsverzerrenden Strukturen in Europa und nennt als Beispiel die Ausnahmeregelungen zu den Neonikotinoiden und die gekoppelten Prämien an Rübenbauern in anderen Ländern. "Ich habe die Kommission aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen", erklärt Klöckner und erntet Beifall.

Zum Schluss hatte sie noch einen klaren Arbeitsauftrag an die DLG. Die Branche erfahre derzeit eine noch nie gekannte Aufmerksamkeit: "Wir leben in einer der spannendsten Zeit für die Landwirtschaft. Nutzen Sie das als Chance. Erklären Sie, was Landwirtschaft ist."

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