Doppelte Lebensmittelstandards

Osteuropäer kaum benachteiligt


Osteuropäische EU-Mitgliedstaaten beklagen eine schlechtere Qualität bei Markenerzeugnissen, die von westlichen Herstellern mit identischer Aufmachung angeboten werden. Eine Studie der EU-Kommission belegt, dass das lediglich in Ausnahmefällen der Fall ist.

Unterschiedliche Qualtäten von Fetten oder Kakao in EU-weit gehandelten Markensüßwaren sorgen zum Beispiel in Ungarn, Tschechien oder Polen schon mal für Ärger. Das ging in Einzelfällen so weit, dass dort schon zum Boykott von westlichen Markenprodukten aufgerufen wurde. Eine Studie der EU-Kommission belegt nun, dass doppelte Produktstandards bei Lebensmitteln eher die Ausnahmen sind.

Nach der Studie des Joint Research Centers der EU-Kommission wurden lediglich 9 Prozent der Proben trotz unterschiedlicher Qualitäten mit identischer Aufmachung angeboten. Bei 22 Prozent der Proben wurde die unterschiedliche Qualität zumindest mit einer leichten Abweichung in der Aufmachung dem Käufer signalisiert. Ein weiteres Drittel der Markenprodukte haben im Osten und Westen der EU die gleichen Inhaltsstoffe. Das letzte Drittel macht mit völlig unterschiedlichen Aufmachungen klar, dass die Markenprodukte unterschiedliche Zusammensetzungen in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten haben.

Eine mögliche Irreführung liegt also nur in 9 Prozent der untersuchten Lebensmittel vor. Es dürfe in der EU keine Konsumenten 2. Klasse geben, betonte eine Sprecherin von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei der Vorstellung der Studie. Deshalb wolle die EU-Kommission die Rechte von Verbraucherschutzorganisationen stärken.

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