DRV-Forum Tierische Veredelung

Sich für den Wandel wappnen


Um den Wandel in der Tierhaltung ging es beim DRV-Forum „Tierische Veredlung“ in Berlin. Die Konsequenzen könnten vor allem in Gebieten mit intensiver Tierhaltung gravierend sein.  

Das sich in der Tierhaltung einiges ändern wird, davon ist Prof. Christine Tamásy von der Moritz Arndt Universität Greifswald überzeugt. „Die Tierbestandszahlen in Intensivgebieten in Deutschland werden sich zukünftig erheblich reduzieren“, so die Expertign in dieser Woche in Berlin. Auf der Tagung Tierische Veredlung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) plädierte die bis zum Ende des vergangenen Jahres an der Universität Vechta forschende Wissenschaftlerin für frühzeitige Vorbereitungen auf den bereits heute erkennbaren Wandel in der Tierhaltung.

Tierbestände stagnieren

Insbesondere in den Intensivgebieten in Nordwestdeutschland würden daraus Konsequenzen für die gesamte Wertschöpfungskette einschließlich der vor- und nachgelagerten Bereiche entstehen, führte Tamásy aus. Ausgangspunkt ihrer Einschätzungen sei die Tatsache, dass die Tierbestandzahlen offenbar nicht mehr zunehmen. Über Jahrzehnte seien diese kontinuierlich gewachsen, gleichzeitig sei die Anzahl der tierhaltenden Betriebe deutlich gesunken. Allein im Zeitraum 2010 bis 2016 habe sich die Zahl der schweinehaltenden Betriebe von etwa 60 000 auf 40 000 verringert. Mit Blick auf Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung seien die Intensivgebiete der Veredlungswirtschaft „Hot Spots“, so Tamásy. In ihnen finde ein hoher Durchsatz an Ressourcen statt, auch bleibe ein hoher Wertschöpfungsanteil in der Region. Ihre hohe regionale Abhängigkeit von externen Ressourcen führe jedoch zu der Bewertung einer schwächeren „relativen“ Nachhaltigkeit.

Eines der großen Zukunftsrisiken in Intensivregionen sei das Nährstoffmanagement. Für die Regionen notwendig sei daher ein „Transition Management“, lautet das Fazit der Wissenschaftlerin. Es stelle sich die Frage, wie ein „dominantes Regime“ verändert werden könne. Konkrete Empfehlungen können sie jedoch noch nicht geben und Erfahrungen aus vergleichbaren Modellregionen lägen nicht vor.
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