Düngeverordnung

Auswege aus der Radikalkürzung


Die EU verlangt von Deutschland, die Stickstoffdüngung pauschal einzuschränken. Am Mittwoch erarbeiten Düngereferenten aus Bund und Länder Alternativen, um Brüssel milde zu stimmen.

Ein akuteller Vorschlag sieht vor, dass der Abzug nicht mehr schlagbezogen, sondern für den Durchschnitt der Flächen eines Betriebes  gelten soll. Hier hätten Landwirte bei der Düngung der Kulturen in den roten Gebieten mit hoher Nitratbelastung mehr Spielraum. 

Ferner sollen Betrieben, die im Flächendurchschnitt in den roten Gebieten nicht mehr als 170 kgN/ha ausbringen, sowohl von der Auflage des 20-prozentigen Abschlags als auch von der geforderten schlagbezogenen Obergrenze für organische Düngemittel in Höhe von 170 kgN/ha ausgenommen werden. Und es soll Ausnahmen vom Verbot der Herbstdüngung bei Raps und Zwischenfrüchten geben, wenn gemäß Nmin-Probe ein bestimmter Umfang an N/ha  pflanzenverfügbar ist. Betrieben in Wasserschutzgebieten, die sich anstrengen und die Werte mit ihrer guten landwirtschaftlichen Praxis schon immer einhalten, winken Ausnahmeregeln.

In großer Not sind Öko-Gemüsebetriebe, die wegen der organischen Wirtschaftsweise die Vorschriften nicht einhalten können werden. So könnten Kulturen wie Weißkohl, der einen hohen Stickstoffbedarf hat, nur mit organischen Düngern nicht mehr gedüngt werden. Hier suchen die Düngerexperten aus den Ländern nach Lösungen. Anfang Juni will die Bundesregierung der Umweltdirektion in der EU-Kommission ein Angebot vorlegen, um Brüssel von seinen zunächst vorgelegten strengen Vorgaben abzuhalten. Zuvor müssen sich aber das Bundesagrar- und Umweltministerium einig sein, welche Vorschläge der EU-Kommission vorgelegt werden.

Am heutigen Mittwoch beraten Vertreter des Bundesagrar- und Umweltministerium über die Nitratbelastung im Grundwasser. Die EU-Kommission drängt die Bundesregierung, die Nitratbelastung zu verringern und gesetzliche Vorgaben zu machen. Sollte die Bundesregierung dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 21. Juni 2018 weiter nicht nachkommen, droht die EU-mit Strafzahlungen und einer neuen Klage.

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