Bundesrat

Stoffstrombilanz durchgewunken


Tierhalter müssen künftig eine Stoffstrombbilanz führen.
Foto: Uwe Spangenberg, LWK NRW
Tierhalter müssen künftig eine Stoffstrombbilanz führen.

Ab 2018 müssen Tierhalter einer bestimmten Größenordnung eine Stoffstrombilanz erstellen. Der Bundesrat hat die Verordnung heute verabschiedet.

Der Bundesrat hat heute der Stoffstrombilanz mit einigen Änderungen zugestimmt. Die Pflicht zur Stoffstrombilanzierung wurde im kürzlich novellierten Düngegesetz eingeführt und nun mit der Stoffstrombilanz neben der Düngeverordnung vollendet. Landwirtschaftliche Betriebe müssen ab 2018 die zugeführten und abgegebenen Mengen an Stickstoff (N) und Phosphor bilanzieren und bewerten. Dazu dokumentieren sie Nährstoffe, die zum Beispiel über Futtermittel und Saatgut auf den Hof kommen, und vergleichen sie mit den Mengen, die ihn über pflanzliche und tierische Erzeugnisse wie Gülle, Wirtschaftsdünger, Aussaat und Nutztiere wieder verlassen.

Der Bundesrat hat sich auf ein Optionsmodell geeinigt: Betriebe haben die Wahl, die Bilanz auf Grundlage einer bundesweit einheitlichen Obergrenze von 175 kg N/ha zu bewerten oder mit einer individuell zu erstellenden Bilanz, die die konkreten betrieblichen Verhältnisse berücksichtigt. Dadurch können Landwirte unvermeidliche Verluste und erforderliche Zuschläge berücksichtigen. Auch Biogasbetriebe und flächenlose Unternehmen wie zum Beispiel Geflügelhöfe sind in der Lage, eine Bewertung durchzuführen.
Nun sollen in einer  Erprobungsphase Erfahrungen mit der Stoffstrombilanz und dem Optionsmodell zu sammeln und im Jahr 2021 zu evaluieren.

Ich bin froh, dass wir ein Bilanzierungssystem für Stickstoff und Phosphat wenigstens für größere und flächenlose Landwirtschaftsbetriebe haben. Nun können wir uns deutschlandweit einen ersten Überblick verschaffen, was genau auf unseren Äckern los ist, sagte Rainer Spiering (SPD), Mitglied der Arbeitsgruppe Landwirtschaft im Deutschen Bundestag.


Allerdings spricht sich Spiering für weitere Regelungen aus, um das drohende Vertragsverletzungsverfahren der EU abzuwenden, weil Deutschland zu wenig unternimmt, um die hohe Nitratwerten in Gewässern zu reduzieren. "Hier drohen uns Strafzahlungen in mehrstelliger Millionenhöhe und Zwangsmaßnahmen." Ob da der heute gefundene Kompromiss ausreicht, bezweiflt der Bundestagsabgeordnete.

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sagte in Berlin zur Stoffstrombilanzverordnung: "Das neue Düngerecht achtet darauf, dass es praktikabel ist und die Landwirte nicht vor unlösbare Aufgaben und Belastungen stellt. Andererseits legt es den Grundstein, dass der Wasserhaushalt und das Grundwasser besser geschützt werden. Ich habe immer betont, dass wir diese bundeseinheitlichen Regelungen der Stoffstrombilanzverordnung brauchen, um den Landwirten Klarheit und Planungssicherheit zu geben."

 

 

Start 2018
Die Verordnung gilt ab 1. Januar 2018 unter anderem für Betriebe mit mehr als 50 Großvieheinheiten je Betrieb oder mit mehr als 30 ha/LN bei einer Tierbesatzdichte von jeweils mehr als 2,5 GV/ha. Ab dem 1. Januar 2023 werden die Vorgaben auf Betriebe mit mehr als 20 ha LN oder mehr als 50 GV/Betrieb ausgeweitet.
Start 2018
Die Verordnung gilt ab 1. Januar 2018 unter anderem für Betriebe mit mehr als 50 Großvieheinheiten je Betrieb oder mit mehr als 30 ha/LN bei einer Tierbesatzdichte von jeweils mehr als 2,5 GV/ha. Ab dem 1. Januar 2023 werden die Vorgaben auf Betriebe mit mehr als 20 ha LN oder mehr als 50 GV/Betrieb ausgeweitet.

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