Düngeverordnung

Düngung geht es an den Kragen


Brandenburg und Thüringen stellen ihre Maßnahmen zur Düngeverordnung vor.
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Brandenburg und Thüringen stellen ihre Maßnahmen zur Düngeverordnung vor.

In immer mehr Bundesländern gelten ab diesem Sommer länderspezifische Regeln zur Düngung. Brandenburg und Thüringen stellen ihre Maßnahmen vor.

Ab sofort müssen Landwirte in roten Gebieten in Brandenburg und Thüringen schärfere Regelungen bei der Düngung einhalten. Die Landesregierung Postdam hat dazu heute die Brandenburger Düngeverordnung beschlossen. Damit setzt das Bundesland die Vorschrift der Bundes-Düngeverordnung von 2017 um, die den Bundesländern vorschreibt, in einer eigenen Rechtsverordnung rote Gebiete ausweisen, in denen das Grundwasser besonders mit Nitraten belastet ist. Außer den Regeln der Düngeverordnung sind in diesen Gebieten weitere drei länderspezifische Anforderungen für das Düngen vorgeschrieben.

  • verpflichtende Untersuchungen des Wirtschaftsdüngers vor Ausbringung,
  • verpflichtende Nmin-Untersuchung des Stickstoffgehalts im Boden im Frühjahr
  • Sperrfrist vom 15. Oktober bis 31. Januar für den Einsatz von Düngemitteln mit einem wesentlichen Stickstoff-Gehalt auf Grünland, Dauergrünland und Ackerland, auf welchem die Aussaat bis 15. Mai erfolgte.


In Brandenburg umfassten die roten Gebiete 2,3 Prozent der landwirtschaftlichen
Nutzfläche. Im Land ist die Nitrat-Belastung von Gewässern geringer als im Bundesdurchschnitt wegen eines vergleichsweise geringen Tierbestands. Mit der Länderverordnung setzen Bund und Länder das gegen Deutschland ergangene Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 21. Juni 2018 zum Vertragsverletzungsverfahren wegen des Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie um.

Allerdings kommen die Länderbeschlüsse zu spät. Ende vergangener Woche hat die EU-Kommission die zweite Phase des Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland eingeleitet. Die Maßnahmen zur Senkung der Nitratwerte seien immer noch unzureichend, begründet die EU-Kommission ihre Ablehnung und lehnt die neuen Vorschläge der Bundesregierung vom Juni zur Novelle der Düngeverordnung ab.

Kurze Einarbeitung in Thüringen

In dieser Woche ist auch die Thüringer Düngeverordnung in Kraft getreten. Von den neuen Regeln sind etwa 25 Prozent der Agrarflächen in Nord-, Mittel und Ostthüringen betroffen. „Die neuen Regeln betreffen Landwirte in Gebieten, in denen die Nitratbelastung über den Schwellenwerten liegt. Dazu müssen sie in den roten Gebieten ebenfalls drei zusätzliche Bewirtschaftungsauflagen auf zusammenhängenden landwirtschaftlichen Nutzflächen (Feldblöcken) einhalten, wenn mindestens die Hälfte der Fläche in Nitrat-Gebieten liegt.

Betriebe sind von den zusätzlichen Bewirtschaftungsauflagen in diesem Jahr befreit, wenn sie einen Kontrollwert des betrieblichen Nährstoffvergleichs im dreijährigen Mittel von bis zu 35 kg N/ha und Jahr erbringen. Für die Befreiung von den neuen Auflagen müssen die Betriebe den Kontrollwert bis zum 30. August 2019 beim Referat 21 im Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum anzeigen.

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