Düngeverordnung

Flexible Regeln in roten Gebieten gesucht


Wie es beim Thema Düngung weiter geht, wird intensiv in Brüssel und Berlin diskutiert.
Foto: Rauch
Wie es beim Thema Düngung weiter geht, wird intensiv in Brüssel und Berlin diskutiert.

Einen Funken Hoffnung, dass es doch nicht zur pauschalen Reduktion der Düngermenge in roten Gebieten kommt, gibt es noch. Allerdings müssen sich die Länder dazu auf wirkungsgleiche Alternativen einigen.

Die beiden Staatssekretäre im Bundeslandwirtschafts- und Bundesumweltministerium haben am Freitag mit der Generaldirektion Umwelt und Beamten der EU-Kommission über die neue verschärfte Düngeverordnung verhandelt. Knackpunkt ist die vorgeschlagene pauschale Reduktion der Düngermenge. Das möchte Deutschland durch eine flexible Lösung ersetzen.

EU-Umweltdirektion ist offen für flexiblere Lösungen

 „Das Gespräch verlief sachlich und konstruktiv“, sagte am Samstag ein BMEL-Sprecher. Es habe einen intensiven Austausch über Sperrzeiten und zur Düngung in Hanglagen gegeben. Doch befürften, so der Sprecher "verschiedene Aspekte der weiteren, vertiefenden Erörterung." Gemeint ist die pauschale 20-prozentige Reduzierung der Düngung in belasteten Gebieten. Immerhin wollen sich die Beamten in Brüssel auf den deutschen Wunsch einer Flexibilisierung einlassen, wenn wirkungsgleiche Alternativen vorgelegt werden. Die beiden Staatssekretäre Dr. Hermann Onko Aeikens und Jochen Flasbarth haben den EU-Beamten zugesichert, dass sie das Ziel des Grundwasserschutzes nicht aus den Augen verlieren, aber die 20-Prozent-Regel nicht pauschal, sondern nach den regionalen Gegebenheiten anwenden wollen. Die Vertreter der Umweltdirektion scheinen das Bemühen Deutschlands anzuerkennen, in dieser Sache zu Kompromissen, zum Ausgleich und zu tragfähigen Vorschlägen zu kommen.

Kompromisssuche geht am Dienstag weiter

Am Dienstag wollen Referenten der Länder im Landwirtschaftsministerium ihre Vorschläge einreichen. Klöckner besteht auf zwischen Agrar- und Umweltressorts abgestimmten Vorschlägen. In Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind zwei Ministerien zuständig. Hinzu kommt, dass sich die Ländern bisher noch nicht darauf verständigen konnten, ob die Regel nur schlagbezogen oder regional im gesamten roten Gebiet anzuwenden ist. Die EU-Kommission interessiert das Gerangel weniger. Sie fordert, dass innerhalb der kommenden zwei Jahre die Nitratwerte in deutschen Gewässern sinken. Der Weg dahin ist frei gestellt. Das sei die Konsequenz aus dem Nitraturteil, lässt die EU-Umweltdirektion wissen.

 

 



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