Düngeverordnung

Mit dem Stickstoffüberschuss ist Schluss


Die Obergrenze von 170 kg Sticksoff je Hektar muss in Zukunft in den hochbelasteten Gebieten schlagbezogen eingehalten werden.
Zunhammer
Die Obergrenze von 170 kg Sticksoff je Hektar muss in Zukunft in den hochbelasteten Gebieten schlagbezogen eingehalten werden.

Die Bundesregierung muss die Düngeverordnung drastisch nachbessern. Sie hat einen Maßnahmenkatalog entwickelt, um die Nitratwerte im Grundwasser zu senken.

Die Düngeverordnung von 2017 muss nachgebessert werden. Die EU-Kommission pocht darauf, sonst muss Deutschland wegen des Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie hohe Strafen bezahlen. In den vergangenen Monaten hat das Bundesagrarministerium (BMEL) mit der EU-Kommission über mögliche Verbesserungen verhandelt.

Die EU-Kommission hat einige Punkte der Düngeverordnung beanstandet, doch mahnt Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU), man müsse bei dem Vergleich der Zu- und Abfuhr von Stickstoff (N) auf landwirtschaftlichen Flächen und bei der Regelungen in den mit Nitrat besonders belasteten Gebieten nachbessern. Deshalb hat Deutschland der EU eine Aufzeichnungspflicht über die aufgebrachten Düngermengen vorgeschlagen, um damit die Einhaltung des ermittelten Düngebedarfs der landwirtschaftlichen Kulturen besser zu kontrollieren.

Denn der in der aktuellen Düngeverordnung erlaubte Stickstoffüberschuss im Nährstoffvergleich ist mit 60 N kg/ha der EU-Kommission zu hoch. Damit sei in den belasteten Gebieten der Nitratwert nicht zu senken. Das BMEL schlägt vor, den Nährstoffvergleich und den Kontrollwert zu streichen und durch eine Aufzeichnungspflicht der tatsächlichen Düngung zu ersetzen. Der errechnete Düngebedarf darf mit den Düngungsmaßnahmen nicht überschritten werden.

Für die mit Nitrat besonders belasteten Gebiete die hot spots hat das BMEL der EU-Kommisson weitere Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Verbot der Herbstdüngung im Spätsommer bei Winterraps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Futternutzung.
  • Der für jede Kultur nach strengen Vorgaben errechnete Düngebedarf wird pauschal um 20 Prozent abgesenkt.
  • Die bisher nur im Betriebsdurchschnitt geltende Obergrenze von 170 kg N/ha für Gülle und andere Wirtschaftsdünger muss zukünftig schlagbezogen berechnet werden. Für jedes Feld gilt dann die Obergrenze von 170 kg N/ha.
  • Wenn eine Sommerkultur, wie Mais oder Zuckerrüben, angebaut wird, die erst im Frühjahr ausgesät wird, muss im Herbst davor verpflichtend eine Zwischenfrucht angebaut werden, damit der Boden über Winter mit einer Pflanzendecke bedeckt ist.

Die Vorschläge werden nun von der EU-Kommission geprüft und könnten bereits im Herbst wirksam werden.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Eberhard Hepp
    Erstellt 1. Februar 2019 16:25 | Permanent-Link

    Dann muss aber auch Schluss sein mit Importgülle aus Holland !!

  2. Tanja Hahn Jacobi
    Erstellt 1. Februar 2019 19:48 | Permanent-Link

    Eigentlich gilt doch ich Deutschland das Verursacherprinzip. Wieso werden beispielsweise wir bestraft, da in dem Bereich, wo wir wirtschaften der Nitratwert der Brunnen zwischen 2,6 u 12,2 Milligramm pro Liter Tinkwasser liegt?

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