Nitrat

NRW verschärft Düngeregeln


NRW verlängert die Dünger-Sperrfrist für Grünland.
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NRW verlängert die Dünger-Sperrfrist für Grünland.

Besonders Tierhalter in Nordrhein-Westfalen dürfen bald noch weniger düngen als bisher. Die Landesregierung will die Nitratbelastung im Grundwasser energisch senken.

Das Landeskabinett in Düsseldorf hat heute den Entwurf einer neuen Landesdüngeverordnung gebilligt. Mit den verschärften Düngeregeln will Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) die Nitratbelastung in den intensiven Viehhaltungsregionen senken. Die Landesregeln sind eine Ergänzung zur Düngeverordnung, die seit 2017 bundesweit gültig ist. Landwirte, die in Gebieten mit hohen Nitratwerten in NRW wirtschaften sind quasi ab sofort zur Analyse der Nährstoffgehalte eigener Wirtschaftsdünger wie Mist oder Gülle verpflichtet. Ferner gilt eine längere Sperrfrist für Grünland um zwei Wochen im Herbst, sowie verpflichtende Einarbeitung von Gülle oder Gärresten innerhalb von einer statt vier Stunden. Zukünftig sollen auch die jährlich von den Betrieben zu erstellenden Nährstoffbilanzen zentral durch die zuständige Behörde erfasst werden.

„Die neuen Regelungen stellen die Betriebe vor zusätzliche Herausforderungen. Sie sind aber notwendig, um die nach wie vor in einigen Regionen zu hohe Düngebelastung weiter zu minimieren“, stellte Ministerin Heinen-Esser klar. Das zeige auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Umsetzung der Nitratrichtlinie in Deutschland. Gleichzeitig werden kleine Betriebe, die keine Flächen in belasteten Gebieten haben, durch eine erweiterte Bagatellgrenze entlastet.

Beratung in den Betrieben

Die Landesregierung will einerseits mehr Kontrollen auf den Betrieben durchführen, aber auch die Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft in Wasserschutzgebieten intensivieren. Auch durch einen gewässerschonenden Zwischenfruchtanbau und den Einsatz moderner Ausbringungstechnik, etwa durch eine gezielte Einarbeitung der Gülle in den Boden, könne der Verlust von Ammoniak deutlich gemindert und Mineraldünger eingespart werden. Zudem tragen eine geeignete Lagerung von Wirtschaftsdünger und eine möglichst effiziente Fütterung dazu bei, Nährstoffverluste in die Umwelt zu vermeiden. Ziel müsse es sein, Wirtschaftsdünger im Idealfall direkt vor Ort zu verwerten oder ihn speicher- und transportfähig zu machen, um ihn leichter dorthin bringen zu können, wo Böden ihn benötigen, heißt es im Agrarministerium in Düsseldorf. Im Laufe des Jahres müssen alle Bundesländer eine Länderermächtigung vorlegen, in denen sie ihre Maßnahmen beschreiben, um die Nitratbelastung in besonders betroffenen Gebieten in den Griff zu bekommen.

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  1. Tanja Hahn Jacobi
    Erstellt 16. Januar 2019 02:55 | Permanent-Link

    Wieso werden eigentlich durch die Düngeverordnung die Betriebe bestraft, die in einem Bereich ihre Felder nach Pflanzenentzug bewirtschaften, wo die Parameter der Trinkwasseruntersuchung der Nitratgehalt zwischen 2,6 und 16,2 Milligramm pro Liter liegt???

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