Düngeverordnung

Sachsen-Anhalt vereinfacht Nährstoffbilanz


Landwirtschaftliche Betriebe fürchten wegen der niedrigen Erträge in diesem Jahr, dass sie  im Frühjahr 2019 ihre Düngung drastisch einschränken müssen, weil es die Düngeverordnung so vorschreibt. Sachsen-Anhalt zeigt Wege, um das Problem zu lösen.

Mindererträge und Ertragsausfälle aufgrund der Trockenheit können dazu führen, dass der Stickstoffbilanzsaldo eines landwirtschaftlichen Betriebes deutlich höher ausfällt als geplant. Das passiert, weil den betroffenen Flächen zwar Nährstoffe zugeführt wurden, jedoch keine Pflanzen gewachsen sind und die Erträge sehr niedrig ausfallen. Damit ist nach der Bilanz, wie sie die Düngeveordnung vorschreibt, keine oder eine nur sehr geringe Abfuhr von Nährstoffen erfolgt. Nun haben Landwirte die große Sorge, dass sie die Folgekulturen 2019 nur minimal düngen können und sie damit die erforderlichen Proteinwerte nicht erreichen.

Diesem Missstand schafft das Agrarministerium in Sachsen-Anhalt nun Abhilfe: Nach der Düngeverordnung ist es möglich, die Trockenheit bei der Erstellung der Nährstoffbilanz zu berücksichtigen. Dazu war bisher eine Abstimmung mit dem Landkreis notwendig. Die grüne Agrarministerin Claudia Dalbert will das jetzt "ganz unbürokratisch" handhaben: "Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) wird ein entsprechendes Formblatt bereitstellen, welches die Landwirte einfach nutzen können. Eine Abstimmung mit dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt ist dann nicht mehr notwendig, erklärte Dalbert heute. Die Trockenheit ist allgemein anerkannt. Landwirte können sich auf den § 8, Absatz 5, der Düngeverordnung berufen, indem aufgrund nicht zu vertretender Ernteausfälle unvermeidliche Verluste und erforderliche Zuschläge bei der Erstellung des Nährstoffvergleiches in den Bedarfsbilanz berücksichtigt werden. Für die Nährstoffbilanzierung des Jahres 2018 steht auf der Homepage der LLG ein Formblatt bereit, das Landwirte für die Berechnung der unvermeidbaren Verluste heranziehen können. Für Phosphor gilt diese Verfahrensweise jedoch nicht.

Auch bei Feldbränden wird die Berücksichtigung unvermeidlicher Verluste durch den Betriebsinhaber bei der Erstellung des jährlichen betrieblichen Nährstoffvergleichs für Stickstoff zugelassen. Dabei müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • aufgrund nicht zu vertretender Ertragsausfälle, die wegen Trockenheit oder Feldbränden
  • ausschließlich im Erntejahr 2018 auftreten und
  • um mehr als 20 Prozent vom bei der Düngebedarfsermittlung verwendeten betrieblichen Ertragsniveau der Kultur abweichen.

 

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