Maßnahmenkatalog

Tierhalter laufen Sturm gegen neue Düngeverordnung


Die deutsche Düngeverordnung muss nachgebessert werden. Der Ärger in der Landwirtschaft steigt.
Vogelsang
Die deutsche Düngeverordnung muss nachgebessert werden. Der Ärger in der Landwirtschaft steigt.

Mit massiver Kritik reagieren Bauern in Westfalen-Lippe auf die Vorschläge der Bundesregierung zur erneuten Verschärfung des Düngerechts. Tierhalter fürchten um ihre Existenz.

Auf einer Sondersitzung berieten am Mittwoch in Münster die Vorsitzenden aller Kreisverbände des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) über die geplante Verschärfung der Düngeverordnung.

„Die Reaktionen der Bauernfamilien auf die Inhalte sowie die Art und Weise, in der ein ganzer Wirtschaftszweig hier mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen gestellt wird, reichen von Kopfschütteln über Fassungslosigkeit bis zu offener Wut. Auch für uns Landwirte ist der Schutz des Grundwassers ein wichtiges Anliegen. Was wir hier allerdings erleben, verschlägt einem die Sprache. Dies ist so nicht akzeptabel!“, fasste WLV-Präsident Johannes Röring die Stimmung der Delegierten zusammen.

WLV: "Politisch verantwortungslos"

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband sieht im geplanten Verbot der Herbstdüngung und der pauschalen Absenkung der maximal erlaubten Düngerausbringung um 20 Prozent fachlich nicht zu rechtfertigende und damit völlig überzogene Maßnahmen. Sollten diese Vorschläge umgesetzt werden, müssten viele landwirtschaftliche Betriebe ihre Tierhaltung deutlich verringern und würden diese mit großer Wahrscheinlichkeit als nicht mehr rentabel aufgeben, so die Folgerung.

„Hier geht es erkennbar um eine Dezimierung der Tierhaltung mit der Brechstange. Dies ist politisch verantwortungslos und wird auch nicht dadurch besser, dass man es pauschal damit begründet, anders wäre der Wasserschutz nicht zu gewährleisten", heißte es von Wilhelm Brüggemeier und Hubertus Beringmeier, Sprecher des WLV für die Bereiche Schweine- und Rinderhaltung. Landwirtschaft und Wasserwerke würden in Westfalen-Lippe seit Jahren tadellos und nachweislich mit Erfolg kooperieren. Wo es lokal Probleme gebe, müsse nachgebessert werden und dort seien weitere Einschränkungen bei der Ausbringung unvermeidlich. Dies werde auch von der Landwirtschaft mitgetragen und unterstützt. Die jetzigen Vorschläge seien jedoch maßlos und zerstörten unter den Landwirten jegliches Vertrauen in die Politik, erklärt der WLV.

Der WLV-Vorstand hat in seiner Sondersitzung beschlossen, in den nächsten Wochen und Monaten massiv gegen die existenzbedrohenden Vorschläge der Bundesregierung vorzugehen.

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