Düngung

Frost lockt Streuer auf den Acker

Auf nicht völlig schneebeckten Böden darf seit Anfang Februar gedüngt werden.
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Auf nicht völlig schneebeckten Böden darf seit Anfang Februar gedüngt werden.

Die ersten Düngerstreuer und Güllefahrzeuge sind auf den Feldern unterwegs. Wer jetzt düngt, muss die vorgeschriebene Düngebedarfsbilanz in der Tasche haben.

Landwirte nutzen in dieser Woche die Frosttage, um die erste Stickstoffgaben auszubringen. Eine Befahrbarkeit der teilweise durchweichten Felder ist aufgrund der niedrigen Temperaturen von bis zu minus 15 Grad Celsius wie beispielsweise in Sachsen-Anhalt möglich. Und es darf auch gedüngt werden, sagt Jannick Volz, Düngeberater in der Wetterau. Denn wenn gefrorene Böden am Tag auftauen, erlaubt die Düngeverordnung eine Ausbringung von Gülle und Mineraldünger seit 1. Februar, nach Ende der Sperrfrist. Aber es ist nur eine Höchstmenge von 60kg N/ha erlaubt. Und wer jetzt düngt, müsse laut Verordnung eine Düngebedarfsermittlung für Stickstoff auf dem zu düngenden Schlag erstellt haben, erinnert Volz.

Aufmerksame Landwirte fragten auf der Wetterauer Düngetagung in Florstadt am heutigen Dienstag nach den N-Min-Werten, die aktuell noch nicht vorliegen, aber in die Tabelle zur Düngebedarfsermittlung eingetragen werden müssen.

Mit Vorjahreswerten kalkulieren

Volz und seine Kollegen von der Landwirtschaftlichen Beratungsstelle (LLH) in Friedberg raten Landwirten, zunächst mit den N-Min-Werten der Vorjahre zu kalkulieren. Sobald ein sicherer Wert gegen Ende Februar vorliege, solle dieser in die Bedarfsermittlung eingetragen werden.  Insgesamt dürften nach den vielen Niederschlägen im Herbst und Winter niedrige N-min-Werte von 20 bis 30 kg N im Boden ausfallen.

Eine Anpassung der Stickstoffmenge, die die Düngebedarfsermittlung ergeben hat, ist aufgrund bestimmter Umstände bedingt möglich. Volz nennt hier eine aufgrund der Witterung höhere Ertragserwartung, oder in trockenen Jahren geringere Erträge als in den drei vorausgegangenen Jahren. Ein Abzug des Humusgehaltes ist in der Wetterau kein Thema, da der Humusgehalt von rund 1,5 bis 1,8 Prozent liegt und erst bei mehr als 4 Prozent zum Abzug von 20 kg N/ha komme.

Vordrucke zur Düngebedarfsermittlung liegen in den Landesämtern oder bei den Maschinenringen aus. Möglich sei, bei einer einheitlichen Ertragserwartung Schläge zu Einheiten von Raps/Weizen, Rüben/Weizen oder Mais/Weizen zusammenzufassen. Fallen die Schläge vom Ertrag jedoch weit auseinander, dann wäre es bessern, einzelne Bedarfsermittlungen anzulegen.

Alle Unterlagen zur Düngung sind sieben Jahre aufzubewahren.

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