Düngung

Protest gegen Gülle

Umweltverbände und Wasserwirtschaft fordern eine Einschränkung der Gülleanwendung. Landwirte hoffen auf eine Ende des Dauerfrosts, um weiter ihre übervollen Tanks zu leeren.

Die Initiative "Gülleverschmutzung stoppen" mit mehr als 1.400 Unternehmen und Organisationen aus Wasserwirtschaft und Umweltverbänden verschafft sich immer mehr Aufmerksamkeit. Am Dienstag überreichten Vertreter der Initiative eine Petition an die geschäftsführende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Darin fordern sie die künftige Bundesregierung auf, wirksame Maßnahmen zum Schutz der Trinkwasserressourcen vor Nitratbelastungen durchzusetzen. "Jetzt kommt es darauf an, die Dünge- und Stoffstromverordnung einer umfassenden Evaluierung zu unterziehen", heißt es in der Petition. Sollte sich bei den Nitratmessungen in diesem Jahr herausstellen, dass der Grenzwert von 50 mg Nitrat/Liter Grundwasser weiterhin überschritten wird, sei eine Nachjustierung der bestehenden Gesetze und Verordnungen erforderlich.

Die Wasserwirtschaft ist alarmiert. Gelinge es nicht, die Nitratbelastung durch Gülle und andere stickstoffhaltige Düngemittel merklich zu reduzieren, drohen durch die aufwendige Wasseraufbereitung Kostensteigerungen um bis zu 60 Prozent für das Trinkwasser.


Die Fraktion der CDU im Bundestag wehrt sich gegen die Forderung der Inititive, die Gülleausbringung einzuschränken. Jeder Landwirt muss genauestens dokumentieren, wo welche Mengen Wirtschaftsdünger ausgebracht wurden. "Gerade weil viele landwirtschaftliche Familienbetriebe dabei sind, die neuen, verschärften Regelungen umzusetzen, sollten wir ihnen hierzu die nötige Zeit einräumen", sagte der Vorsitzende der AG Ernährung und Landwirtschaft, Albert Stegemann. Erst danach seien verbesserte Nitratwerte messbar. Umso bedauerlicher sei es, wenn wider besseren Wissens kein Jahr nach der Verschärfung durch die Düngeverordnung eine Evaluation gefordert wird. Damit schürt die Initiative bewusst Sorgen bei Verbrauchern.

DBV-Generalsekretär Krüsken appelliert an die Geduld aller Beteiligten. „Wir befinden uns im Jahr Eins der Umsetzung des grundlegend neu gefassten Düngerechts", erklärt er. Außerdem macht er darauf aufmerksam, dass Einigung unter die Mitwirkung des Umweltministeriums stattgefunden habe. Er wundert sich, dass diese Tatsache unterschlagen wird.

Nach dem Ende der Sperrfrist Anfang Februar hatten viele Landwirte dort, wo es erlaubt war, die erste Gülle gefahren. Während der Kältewelle und den damit zugefrorenen Böden ist die Ausbringung derzeit verboten.


 

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