Düngung

Polizei untersagt Gülleausbringung

Landwirte im Norden Deutschland haben derzeit massive Probleme, Gülle auf den Acker zu bringen. Unkenntnis über Sperrfristen und gute fachliche Praxis richtet großen Imageschaden an. Der Hersteller der Umwelt App meldet sich zu Wort. 

Seit 1. Februar ist laut Düngeverordnung das Ausbringen von stickstoffhaltigen Düngemitteln, so auch von Gülle und Gärresten erlaubt und damit die Sperrfrist beendet. Die Ausbringung ist in der kalten Jahreszeit erlaubt, wenn tagsüber die oberste Bodenschicht auftaut. Landwirte in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, die derzeit Gülle ausbringen, sind von besorgten Bewohnern in den vergangenen Tagen deswegen angezeigt worden. Fälschlicherweise und in Unkenntnis über die Aufhebung der Sperrfristen sowie der guten fachlichen Düngepraxis meldeten sie bei der Polizei ihre Beobachtungen. Polizisten rückten aus und forderten Landwirte auf, die Güllefahrten zu stoppen.


Der Bauernverband in Schleswig-Holstein hat bereits über Facebook versucht, aufgebrachte Bürger zu beruhigen und darüber aufgeklärt, dass die Landwirte rechtmäßig handeln. Auch das Innenministerium in Schwerin hat der Bauernverband in Mecklenburg-Vorpommern aufgefordert, die Polizeibeamten über das Ende der Sperrfrist sowie über das Ausbringen auf aufgetauten Böden zu informieren.

Daten des Deutschen Wetterdienstes sind entscheidend

Gegen die "Verunglimpfung" der Bauern, wie eine Sprecherin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern gegenüber agrarzeitung.de sagte, wehrt sich der Präsident Detlev Kurreck: „Die aktuellen Witterungsbedingungen sind optimal für die Ausbringung von Gülle. Bodenfrost am Morgen und Abend sowie eine aufgetaute, aufnahmefähige Bodenschicht zur Tageszeit sind ideale Voraussetzungen für das Ausbringen von Nährstoffen." Entscheidend für die Planung der Gülleausbringung seien die Daten des Deutschen Wetterdienstes, weist Kurreck hin. Werden laut Deutschem Wetterdienst Tagestemperaturen von über 0 Grad Celsius erreicht und tauen dadurch bereits wenige Zentimeter des Bodens auf, seien die Voraussetzungen zur Ausbringung des Düngers gegeben.




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