Dürre

Bayern übernimmt Futterkosten

Wer zahlt das zusätzliche Heu der Tiere?
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Wer zahlt das zusätzliche Heu der Tiere?

Bayern ist im Wahljahr. Der Freistaat will die zusätzlichen Futterkosten von trockenheitsgeplagten Tierhaltern ausgleichen.

In Bayern herrscht in Teilen Frankens und der Oberpfalz eine ausgeprägte Trockenheit. Es drohen Ernteausfälle und Futtermangel. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat aus diesem Grund heute in München notleidenden Landwirten versichert, sie "in dieser besonderen Situation" nicht alleine zu lassen. Die Staatsregierung beobachte die Dürresituation genau und werde angepasst an die weitere Entwicklung zielgerichtet helfen, erklärte Söder. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) ging noch einen Schritt weiter und versprach Geld: „Wir werden Mehrkosten für den Futterzukauf finanziell ausgleichen. In begründeten Einzelfällen besteht außerdem die Möglichkeit, steuerliche Erleichterungen gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen“, sagte die Ministerin im Kabinett. Details stehen dazu noch nicht fest, auch wie die betroffenen Landwirte die Mehrkosten wo und wie beantragen können, sagte ein Ministeriumssprecher gegenüber agrarzeitung.de. Den Ausgleich erhalten aber wohl nur Tierhalter in den Trockenregionen Nordbayerns.

Zuvor hatte der Bayerische Bauernverband auf die Dramatik der Futterknappheit im Freistaat aufmerksam gemacht. Er fordert von der Staatsregierung, bei der EU-Kommission Druck zu machen und auch die von der EU-Kommission in Aussicht gestellte Möglichkeit für ganz Deutschland zu erlauben, das ÖVF-Zwischenfruchtflächen zu Futterzwecken genutzt werden dürfen. EU-Agrarkommissar Phil Hogan hatte dies vor Kurzem auf dem Agrarrat angedeutet, aber die Regel ist noch nicht rechtskräftig.

Bisher haben die meisten Bundesländer wegen der Futterknappheit nur die Brachflächen zu Futterzwecken frei gegeben. Ferner schlägt der Bayerische Bauernverband vor, die Direktzahlungen frühzeitiger als in den Vorjahren an die Landwirte auszubezahlen. Erneut wiederholt der BBV den Bedarf nach einer steuerfreien Risikorücklage. Schriftlich bittet der BBV Ministerpräsident Söder darum, für die Einführung der steuerfreien Risikorücklage auf Bundesebene initiativ zu werden.

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