Dürre

Futter von Vorrangflächen soll kommen

Wer das Einjährige Weidelgras als Zwischenfrucht säen will, muss sich beeilen. Die Kammer in NRW rät, bis zum 10. August fertig zu sein.
Foto: LWK NRW
Wer das Einjährige Weidelgras als Zwischenfrucht säen will, muss sich beeilen. Die Kammer in NRW rät, bis zum 10. August fertig zu sein.

Schon jetzt sollen Landwirte in Dürre geschädigten Gebieten Zwischenfrüchte auf ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) aussäen und schneller verfüttern dürfen. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesagrarministeriums hervor.

Die Ankündigung, die Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) auf dem Höhepunkt der Dürre-Debatte Mitte der Woche getroffen hatte, wird offenbar konkreter. Klöckner habe dazu eine Verordnungsänderung auf den Weg gebracht, die sich seit Montag in der Ressortabstimmung zwischen Bund und Ländern befinde, teilte das Bundesagrarministerium (BMEL) dazu am Freitag mit. Ebenfalls am Montag habe Klöckner per Brief Kontakt mit EU-Agrarkommissar Phil Hogan zu dem Thema aufgenommen.

Gemäß dem Entwurf zur Verordnungsänderung können Landwirte bereits acht Wochen nach Aussaat den Aufwuchs der ÖVF uneingeschränkt für Futterzwecke nutzen. Der Acht-Wochen-Zeitraum beginnt am Tag der Aussaat der letzten ÖVF-Zwischenfrucht. Die Länder würden dies dann im Einzelfall prüfen.  

 „Tiere brauchen jeden Tag Futter“, begründet Klöckner den Verordnungsentwurf. Es fehle an Viehfutter, „der zweite und dritte Grasschnitt ist aufgrund der Dürre weggefallen. Schon jetzt müssen einige Landwirte auf das für den Winter eingelagerte Futter zurückgreifen“, betont die Ministerin. Der Verordnungsentwurf sei daher „eine pragmatische Entscheidung“, um den betroffenen Erzeugern „kurzfristig“ zu helfen.
Ab wann die Verordnungsänderung in Kraft tritt, geht aus der Mitteilung nicht genau hervor. Allerdings scheint das Ganze schon konkrete Formen anzunehmen, denn das BMEL empfiehlt Landwirten, die interessiert sind, diese Möglichkeit zu nutzen, „vorsorglich die Aussaat sowie bereits erfolgte Aussaaten auf ihren Flächen mit ÖVF-Zwischenfruchtmischungen in geeigneter Weise zu dokumentieren, zum Beispiel durch Fotos mit automatischer Ort- und Datumsangabe“, heißt es aus Berlin. „Die Europäische Kommission habe mittlerweile mitgeteilt, dass nach Ablauf des mindestens acht Wochen dauernden Mindestverpflichtungszeitraums generell eine Futternutzung ermöglicht werden kann“, fügt das BMEL hinzu.

Die Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen hat ihre Empfehlungen zu Zwischenfrüchten für die Futternutzung hier kompakt zusammengestellt.

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