Dürre-Gipfel

NRW liefert Zahlen nach Berlin


Zwei Tage vor dem Tag X in der Hauptstadt gibt Nordrhein-Westfalen seine Bilanz der Ernte 2018 bekannt. Während NRW bei Getreide mit einem blauen Auge davon kommt, trifft die Dürre die Kartoffelerzeuger hart.

Am Montag hat das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf die Ergebnisse zur Ernte im bevölkerungsstärksten Bundesland nach Berlin gemeldet. „Bei den Getreide-Erträgen stehen wir im Ländervergleich noch gut da, schlecht sieht die Erntesituation dagegen bei Grünland, Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln aus“, sagte NRW-Agrarministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Montag.

Heinen-Esser will „unmittelbar Existenz bedrohten Betrieben“ helfen

Für Mittwoch hat das Bundesagrarministerium angekündigt, zu entscheiden, ob aufgrund der extremen Dürre in diesem Jahr eine bundesweite Notsituation herrscht und damit auch Bundesmittel an betroffene Erzeuger fließen können. „Das Land ist bereit, sich an gemeinsamen Hilfsmaßnahmen zu beteiligen. Ziel muss es sein, den unmittelbar in ihrer Existenz bedrohten Betrieben zu helfen“, so Heinen-Esser.

Die Getreideerträge aus der Ernte 2018 sehen in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu den besonders von der Dürre gebeutelten Regionen im Norden und Osten Deutschlands noch passabel aus. Ermittelt haben die Behörden in NRW Erträge von 79,8 dt/ha bei Winterweizen, 64,1 dt/ha bei Roggen, 69,5 dt/ha bei Wintergerste sowie 64,2 dt/ha bei Triticale und 56,1 dt/ha bei Hafer.

Geringe Ertragsrückgänge bei Getreide

Dies seien „ähnlich niedrige Erträge wie in den Vorjahren 2016 und 2017“, heißt es dazu aus Düsseldorf. Je nach Getreideart liegt der Ertrag zwischen drei und zehn Prozent unter dem fünfjährigen Mittel. Betriebe müssen allerdings Ertragsrückgänge um mindestens 30 Prozent vorweisen, um Nothilfen zu bekommen. Regional und einzelbetrieblich sei die Situation sehr unterschiedlich – je nach Bodenqualität und Niederschlagsverteilung. Gut sei die Qualität des Getreides. Außerdem seien die Preise für Brot und Futterweizen auf einem „relativ hohen Niveau“, heißt es weiter.

Deutlich schlechter schätzt NRW die Lage bei Mais an. Mais könne nur auf den gut entwickelten Feldern als Körnermais geerntet werden. Das Ministerium in Düsseldorf kalkuliert mit Durchschnittserträgen von 70 dt/ha. Ein großer Teil der für die Körnernutzung vorgesehenen Maisflächen könne allerdings nur noch als Silomais geerntet werden. Für Silomais erwartet das Landwirtschaftsministerium deutlich geringere Erträge als in den Vorjahren. Die Ertragsrückgänge lägen bei bis zu 75 Prozent.

Lieferverträge werden nicht erfüllt

Für die mittelfrühen und späten Kartoffeln erwartet Düsseldorf „deutliche Ertragseinbußen“, die ohne zusätzliche Beregnung bis zu 50 Prozent erreichen sollen. Dazu kommen Qualitätsprobleme und Schwierigkeiten bei der Ernte aufgrund der ausgetrockneten Böden. „Viele Landwirtinnen und Landwirte können vertraglich vereinbarte Liefermengen nicht ernten und müssen mit hohen finanziellen Einbußen rechnen“, lautet die Bilanz.

Da der dritte Grünlandschnitt weitestgehend ausgeblieben ist und auch keine Beweidung stattfinden kann, schließt NRW eine „teilweise extreme Futterknappheit bei der Winterfütterung“ nicht aus.

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Ernte 2018 Dürre

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