Julia Klöckner bestätigt die Dürre als Ereignis von nationalem Ausmaß.
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Julia Klöckner bestätigt die Dürre als Ereignis von nationalem Ausmaß.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner legt ihren mit Spannung erwarteten Erntebericht vor. Sie bestätigt ein Schadenereignis von nationalem Ausmaß. Bis zu 340 Mio. € stehen für Dürrehilfen zur Verfügung.

"Ich erkläre die diesjährige Trockenphase zu einem Witterungsereignis von nationalem Ausmaß", sagte Agrarministerin Klöckner heute in Berlin. Damit schafft sie die Grundlage für ein Hilfsprogramm für existenzgefährdete Betriebe durch Bund und Länder.

Nach vorliegenden Erkenntnissen seien in Deutschland rund 10.000 landwirtschaftliche Betriebe in existenzgefährdender Weise von den Dürreschäden betroffen, so Klöckner. Mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz habe sie sich auf 150 bis 170 Mio. € an Bundeshilfen verständigt. Mit den Mitteln der Bundesländer können somit ein Gesamtvolumen von rund 340 Mio. € an Finanzhilfen für betroffene Betriebe erreicht erreicht werden. Damit fällt die Unterstützung deutlich niedriger als die 1 Mrd. €, die der Deutsche Bauernverband (DBV) gefordert hatte. Dennoch ist es für Rukwied ein "gutes Signal für alle betroffenen Landwirte". Jetzt müsse eine schnelle und unbürokratische Umsetzung der Dürrehilfen folgen

Die konkreten Verfahren wollen nun  der Bund und die Länder gemeinsam festlegen. Voraussetzung für die Hilfen ist, dass ein Betrieb mehr als 30 Prozent seiner Jahresproduktion eingebüßt hat.

Klare Erwartungen an die Politik

Für den Deutschen Raifeisenverband  (DRV) ist die Dürrehilfe ein "wichtiges Zeichen der Solidarität". Durch die vorgesehene einzefallbetzogene Prüfung wird nach Ansicht des DRV eine zielgerichtet Hilfe sichergestellt und das Geld nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt. Als Folge müssten aber instrumente geschaffen werden, die ein besseres Risikomanagemnt der landwirte ermöglichen wie eine "bezahlbare Versicherung gegen Dürreschäden und eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage". Letztere fordert auch der Deutsche Bauernverband ebenso wie DIE LINKE. Klöckner lehnt eine solche Ausgleichrücklage jedoch ab.

BUND und BÖLW begrüßen die Nothilfen für existenzgefährdete Betriebe. Jetzt müsse eine amnbitionierte Reform der EU-Agrarpolitik folgen, fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Pauschale Flächenprämien müssten abgeschafft und umweltfreundliche Betriebe unterstützt werden. Auch Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), findet die Nothilfen richtig und appelliert an Julia Klöckner, künftig die Landwirte darin zu unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Generelle Schwelle für Hilfen ist, dass in einem Betrieb mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung zerstört sind. Die konkreten Verfahren für die Unterstützung wollen der Bund und die betroffenen Länder nun gemeinsam festlegen.

Generelle Schwelle für Hilfen ist, dass in einem Betrieb mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung zerstört sind. Die konkreten Verfahren für die Unterstützung wollen der Bund und die betroffenen Länder nun gemeinsam festlegen.

Generelle Schwelle für Hilfen ist, dass in einem Betrieb mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung zerstört sind. Die konkreten Verfahren für die Unterstützung wollen der Bund und die betroffenen Länder nun gemeinsam festlegen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Henner Jacobs
    Erstellt 22. August 2018 22:46 | Permanent-Link

    Ich finde es doch erstaunlich, dass durch Umstellung auf " Bio" der Klimawandel angeblich verhindert wird. Der Bio-Betrieb leistet sicher einen positiven Beitrag in den Köpfen der Verbraucher, aber nicht in der Realität. Die Unterstützung für die Landwirte sollte neutral erfolgen.
    Die Politik sollte sich nicht immer auf die Landwirtschaft stürzen, sondern das Problem in der großen Industie, wie z.B. Auto, Kohle-Energie usw. suchen.
    Wir haben sicher nicht alles richtig gemacht aus Sicht der Landwirtschaft, aber so wie wir an den Pranger gestellt werden, ist es auch nicht.
    Die Politik hat uns viele Wege vorgegeben, die durch Zuschüsse vielleicht bei einigen nicht zu Ende gedacht wurden, da auch Berater und Banken diesen Irrweg hätten verhindern können oder auch müssen. Doch keiner dieser Leute steht in der Verantwortung seines Handelns.
    Die Subventionen nützen dem Landwirt am wenigsten, der Verpächter und Verbraucher stehen hier an erster Stelle. Wir sollen auf Bio umstellen, was die Haushaltskasse zusätzlich in Größenordnungen belastet, die der Verbraucher noch gar nicht wahrnimmt und der Politik anscheinend auch nicht bewusst ist. Die Umstellung auf Bio würde uns geradewegs in eine Sackgasse führen, keine Selbstversorgung in allen Bereichen, Subventionen ohne Ende, weiteres Höfesterben und deutlich weniger Nebenerwerbslandwirte, die für das Dorfleben eine immer größere Bedeutung haben.

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