Landwirte müssen ihre finanziellen Spielräume in guten Zeiten für die Risikovorsorge nutzen, meint der Kieler Pflanzenbauexperte Friedhelm Taube
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Landwirte müssen ihre finanziellen Spielräume in guten Zeiten für die Risikovorsorge nutzen, meint der Kieler Pflanzenbauexperte Friedhelm Taube

Kritische Anmerkungen zu den Diskussionen rund um den Dürre-Notstand kommen seitens der Wissenschaft. Man müsse differenzieren zwischen unternehmerischer Risikovorsorge und regionalen Ad-hoc-Hilfen, meint Prof. Friedhelm Taube von der Universität in Kiel.

Angesichts des Klimawandels sei Risikomanagement eine unternehmerische Aufgabe und Unternehmer müssten eine entsprechende Vorsorge treffen, betonte Taube in einem Radiointerview mit NDR2. Darauf hätten auch schon das vor zwei Jahren vom Wissenschaftlichen Beirat dem BMEL vorgelegte Klimagutachten sowie die aktuelle Stellungnahme zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 hingewiesen. Finanzielle Spielräume in dieser Zeit hätten für Risikoversicherungen genutzt werden können. Die aktuellen Ertragseinbußen schätzt der Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Prof. Friedhelm Taube, im Schnitt der Jahre nicht als außergewöhnlich ein, zumal gerade beim Weizen höhere Erzeugerpreise die Einbußen teilweise kompensieren.

"Ja" zum Zuschuss für Futtertransporte

Natürlich gebe es auch regionale Härten, insbesondere in den Milchvieh-Futterbauregionen Norddeutschlands. Diesen muss man kurzfristig begegnen. Denn im Gegensatz zu Ackerbauregionen müssten Tierhalter ihre Bestände kurzfristig abstocken. Das habe einen massiven Verlust von Vermögenswerten zur Folge. Bei der Suche nach Ideen, wie Tierhalter unterstützt werden könten, verweist Taube auf Australien. Die dortige Regierung gewähre Zuschüsse für Futtertransporte. Eine weitere Möglichkeit sieht Taube darin, den Zwischenfruchtanbau durch finanzielle Anreize zu fördern, damit der Aufwuchs von diesen Flächen den Futterbaubetrieben zur Verfügung gestellt werden könnte.

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  1. Albert Weersmann
    Erstellt 2. August 2018 12:14 | Permanent-Link

    Sehr sachlich und korrekt analysiert !

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