Dürrehilfen

Kriterien zu Dürrehilfen noch offen

Die Bundesregierung stellt rund 170 Mio. € für Dürreschäden in der Landwirtschaft zur Verfügung. Welche Anforderungen die Betriebe erfüllen müssen, darüber beraten am Freitag Experten von Bund und Ländern in Berlin.

Mecklenburg-Vorpommern erhält aus dem nationalen Hilfsprogramm für von der Trockenheit betroffenen Landwirte 25 Mio. €. Heute wird der Landtag in Schwerin der kurzfristigen Bereitstellung von Landesmitteln in gleicher Höhe zustimmen, kündigt Agrarminister Till Backhaus (SPD) an. Damit stehen insgesamt 50 Mio. € zur Schadensregulierung für landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung. Um die Entschädigungen zu erhalten, müssen die Betreibe Einnahmeverluste von mehr als 30 Prozent nachweisen, gemessen am Durchschnitt dreier von fünf zurückliegenden Jahren.

Allerdings sind die einheitlichen Kriterien zur Gewährung der Hilfen bislang noch nicht endgültig mit dem Bund geklärt. Am Freitag wird es dazu ein weiteres Treffen von Fachleuten aus Bund und Ländern in Berlin geben. „Ich bin zuversichtlich, dass die Kriterien so gestaltet sein werden, dass eine bedarfsgerechte Hilfe schnell möglich wird, um den Betrieben ihre Existenz zu sichern“, sagt Backhaus.

"Wir müssen die Verteilung der Dürrehilfen rechtskonform abarbeiten, so will das EU-Agrarkommissar Phil Hogan", zerstreut Barbara Otte-Kinast, Agrarministerin in Niedersachsen, alle Hoffnungen, dass das Geld in den kommenden Wochen auf den Konten der Landwirte eintrifft.
Die Dürreschäden in Niedersachsen beziffert das Agrarministerium in Hannover auf insgesamt 40 Mio. €. Die eine Hälfte übernimmt das Land. "Wir haben beim Bund einen Bedarf von 20 Millionen Euro angemeldet", teilt die Ministerin heute auf der Mitgliederversammlung des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) mit. Die Zahlungen sind an Bedingungen geknüpft. Betriebe müssen einen Ertragsausfall von 30 Prozent nachweisen und existenzgefährdet sein, betont Otte-Kinast. Rund 2.000 Betriebe seien in Niedersachsen existenzgefährdet. Welche Betriebe darunter fallen, auch darüber beraten die Fachleute am Freitag im Bundesagrarministerium in Berlin.

Otte Kinast stellt auch eine vorzeitige Abschlagszahlungung der Dürrehilfen in Aussicht, die Restzahlungen könnten nach der Steuerprüfung erfolgen.

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