Dürrehilfen

In Thüringen fließen die ersten Gelder


Existenzbedrohte Betriebe in Thüringen bekommen in den kommenden Tagen staatliche Dürrehilfen auf das Konto überwiesen. Die Direktzahlungen gibt es pünktlich vor Weihnachten. 

 

„Thüringen ist das erste Bundesland und zahlt die Dürrehilfen jetzt aus", kündigte heute  Agrarministerin Birgit Keller (Linke) in Erfurt-Alach bei der Jahresabschlussveranstaltung des Thüringer Bauernverbandes (TBV) an.  Ingesamt haben 185 Betriebe in Thüringen Dürrehilfen wegen der Trockenheit im Sommer beantragt. Ausgezahlt werden in den kommenden Tagen 13,34 Mio. € an 170 Betriebe. Das Geld zahlt zu gleichen Teilen der Bund und die Länder. In Thüringen lief die Anmeldefrist am 2. November 2018 ab. Insgesamt wurden 185 Anträge auf Dürrehilfe mit einer Schadenshöhe von 30,7 Mio. € erfasst. Die Bundesregierung hat Ende August Dürrehilfen für Deutschland in Höhe von 340 Mio. € genehmigt. Die Verwaltungsvereinbarung von Bund und Länder mit den Ländern, legt fest, dass nur maximal die Hälfte der entstandenen Schäden erstattet werden können.

Mit Blick auf die weiteren Verhandlungen zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 lehnt Keller die geplante Kappung und Degression der Direktzahlungen ab. Darin seien sich alle ostdeutschen Bundesländer einig. Zur Internationalen Grünen Woche (IGW) werden die Agrarminister erneut die Reformvorschlägen zur GAP beraten. Ihr ist es wichtig, dass "wir bei den GAP-Verhandlungen mit einer Stimme sprechen." Der Freistaat verlangt mehr finanzielle Zuschüsse über die Direktzahlungen der Umwelt-, Naturschutz- und Tierwohlleistungen die Landwirte erbringen. Die Direkzahlungen überweist die Agrarverwaltung in Thüringen in der Woche vor Weihnachten, die Kulap-Zahlungen gibt es im Februar, sagte Keller in Erfurt-Alach.

Einen Rückgang der Direktzahlungen wird es nach den Worten von Dr. Klaus Wagner, Präsident des Thüringer Bauernverbandes erwartungsgemäß 2019 geben. Die Hektarprämie sinkt von 268 € in diesem Jahr auf 260 € im Jahr 2019. Wagner beziffert für einen Beispielsbetrieb von 2.000 ha die Direktzahlungen 2018 auf 536.000 €. Im kommenden Jahr sinken mit der rückläufigen Hektarprämie die Zahlungen auf 520.000 €. Im Jahr 2000 waren es noch rund 950.000 €. Sollte es zu einer Kappung von 100.000 € kommen, wie sie die EU-Kommission ab 2021 anpeilt, müsste ein Betrieb mit 2.000 ha und Direktzahlungen von 520.000 € aufgeben, prophezeit Wagner. Er kündigte auf der Jahresmitgliederversammlung seines Verbandes einen Gesellschaftspakt an, den er im kommenden Jahr im gemeinsamen Dialog erarbeiten möchte.

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