DZ Bank-Studie

Jeder zweite Hof vor dem Aus


az

Digitalisierung und Demografie werden die Agrarbranche in den kommenden Jahren nachhaltig verändern. Das Ökosegment wird auf diesem Weg einen wachsenden Teil der Agrarproduktion übernehmen.

Die Autoren der Studie aus Frankfurt betonen, dass sich die Landwirtschaft in Deutschland durch Digitalisierung und Demografie in den kommenden Jahren tiefgreifend verändern wird. Bis zum Jahr 2040 könnte die Zahl der Agrarbetriebe von momentan bundesweit 275 000 auf dann etwa 100 000 Unternehmen sinken (siehe Grafik).

Halbierung der Arbeitsplätze erwartet

Gleichzeitig werde die durchschnittliche Betriebsgröße von 60,5 auf etwa 160,0 ha im Jahr 2040 zulegen. Die Zahl der Arbeitsplätze im Agrarsektor (ohne Saisonkräfte) könnte sich nach Einschätzung der DZ-Bank-Analysten in den kommenden 20 Jahren von heute etwa 650 000 auf 325 000 Personen halbieren.

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Aus Sicht der DZ Bank droht langfristig die Abkehr vom jahrhundertealten Modell des bäuerlichen Familienbetriebs, den selbstständige Bauern, kleine Betriebseinheiten und mithelfende Familienangehörige kennzeichnen. Langfristig würden große, kapitalintensive und betriebswirtschaftlich organisierte Agrarbetriebe, die modernste Technik einsetzen, die Branche prägen. Allerdings sind die neuen Techniken mit hohen Investitionen verbunden. Das verstärkt den Druck zur Bildung größerer Betriebseinheiten. „Die Digitalisierung hat schon längst in die Höfe Einzug gehalten. Vielen Landwirten sind die Vorteile einer digitalen Landwirtschaft längst bewusst. Allerdings ist es letztendlich eine betriebswirtschaftliche Entscheidung, inwieweit sich Investitionen in Digitalisierung für den jeweiligen Hof amortisieren. Für Großbetriebe oder größere Betriebe ist diese Frage leichter positiv zu beantworten als für kleinere Betriebe“, betont Dr. Claus Niegsch, einer der Autoren, gegenüber dieser Zeitung.

Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 08/2020, Seite 3. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen.
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  1. Herbert Schwinge
    Erstellt 25. Februar 2020 19:09 | Permanent-Link

    Hallo
    Diese Studie zeigt klar auf dass,der Weg der spätestens 1990 mit der damaligen Agrarreform eingeschlagen wurde eine Sackgasse ist und nicht reformfähig ist.
    Es ist bedauerlich zu sehen das die DZ Bank solch eine Studie erstellt als genossenschaftliches Unternehmen.
    Die Schlussfolgerung große kapitalintensive und betriebwirtschaftlich organsierte Betriebe, die mordernster Technik einsetzen und die sogenannte Biolandwirtschaft prägen die Brache ist grundsätzlich falsch und ein Armutszeugnis.
    In der Hoffnung auf ein Umdenken , mit den Woten Ghandi beschrieben
    " Die Zukunft hängt davon ab,was wir heute tun" verbleibe ich mit freundlichen Grüßen aus Hessen

    Herbert Schwinge





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