Eiweißlücke

Mehr Erbsen, Bohnen und GVO-freies Soja gewünscht

In der EU sollen mehr Eiweißpflanzen angebaut werden, um die Abhängigkeit von Sojaimporten zu vermindern. Der Agrarausschuss des Europaparlaments fordert an die Erzeugung gekoppelte Direktzahlungen, um den heimischen Anbau zu fördern.

Mehr Erbsen, Bohnen und GVO-freies Soja wünschen sich die Agrarexperten im Europaparlament. Sie verabschiedeten einen Bericht über die Förderung des Anbaus von Eiweißpflanzen in der EU. Zentrale Forderung sind gezielte Anreize für die Landwirte in der EU über gekoppelte Direktzahlungen. Die Zahlungen sollten zukünftig nicht nur für Sektoren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewährt werden, sondern auch für den Anbau von Eiweißpflanzen. „Wir brauchen möglichst bald neue Gesetze mit klaren Anreizen für die Landwirte“, betonte der französische Sozialdemokrat Jean-Paul Denanot. Der Berichterstatter im EP fordert zudem, Leguminosen in besonders umweltfreundliche Fruchtfolgen einzubauen, die von der GAP gefordert werden. Weiterhin lehnt das EP das Verbot von Pflanzenschutzmitteln auf der ökologischen Vorrangfläche ab, um den Anbau von Leguminosen zu erleichtern.

Weniger Hande mitl Südamerika 

Die EU sollte den Import von Soja aus Brasilien vermindern, weil dieser für die Rodung von Regelwald mit verantwortlich sei, heißt es in den Bericht der Brüsseler Agrarexperten. Stattdessen sollte Soja aus anderen Drittländern importiert werden, um einseitige Abhängigkeiten von Südamerika zu verringern und zwar möglichst Soja ohne gentechnische Veränderungen. Der Bericht soll im April vom Plenum des EP-abgestimmt werden. Auch wenn er echtlich nicht bindend ist, wird EU-Agrarkommissar Phil Hogan auf die Anregungen des EP hören, wenn er zum Jahresende seine Eiweißstrategie vorlegen wird.

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