Endokrine Disruptoren

EU-Kommission will besser vor Hormonen schützen


Stoffe mit schädigenden Wirkungen für das Hormonsystem sollen zukünftig stärkere Beachtung in der EU-Gesetzgebung finden. Doch zunächst muss das Wissen über endokrine Disruptoren verbessert werden, um anschließend gezielte Verbote aussprechen zu können.

Für Pflanzenschutzmittel und Biozide gibt es bereits Kriterien für die Definition von endokrine Disruptoren, die sich eng an jene der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anlehnen. Bei Kosmetika, Spielzeug und Lebensmittelverpackungen gebe es dagegen noch Handlungsbedarf, erklärte die EU-Kommission in einer Mitteilung.

Im Gegensatz zu anderen Schadstoffen könne man bei drohenden Schäden für das Hormonsystem wie sie endokrine Disruptoren verursachen kaum mit Schwellenwerten arbeiten. Nach dem Vorsorgeprinzip müsse man Stoffe mit dieser Eigenschaft grundsätzlich verbieten. Besonders gefährdet seien menschliche Föten und Pubertierende, heißt es aus Brüssel.

Die EU-Kommission räumt in ihrer Mitteilung ein, es fehlte noch an Wissen über endokrine Disruptoren. So seien Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Stoffen mit dieser Eigenschaft kaum erforscht. Auch wisse man zu wenig über Schäden bei Wildtieren.

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