Energiewende

BfN verlangt mehr Naturschutz bei Ökostrom


Einen besonneren Umgang mit der Landschaft mahnt das BfN an.
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Einen besonneren Umgang mit der Landschaft mahnt das BfN an.

Mehr Rücksicht auf Tiere, Pflanzen und Landschaften bei der Energiewende verlangt das Bundesamt für Naturschutz. Im Maisanbau sieht das Amt keine Zukunft.

Grundsätzlich ist es möglich, den Ökostromausbau in Einklang mit dem Naturschutz zu bringen. So lautet die Kernbotschaft des Bundesamts für Naturschutz (BfN). Insbesondere mit den Flächen müsse aber effizienter umgegangen werden, erklärte BfN-Präsidentin Beate Jessel in Berlin bei der Vorstellung des Erneuerbare Energien Reports.
Der weitere Ausbau sei daher so zu gestalten, dass er nicht auf Kosten von Natur und Landschaft verwirklicht wird, heißt es in dem Bericht. Dieser basiert auf 40 Untersuchungen zu Artenschutz und Flächennutzungen.

Weg vom Mais

Den Anbau von Mais für Biogasanlagen sieht das BfN grundsätzlich kritisch: Für solche Energiepflanzen sehe man keine ausbaufähigen Handlungsoptionen. Denn der großflächige Anbau von Energiepflanzen wie Mais für den Einsatz in Biogasanlagen trage zum Verlust der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft bei, heißt es in dem Bericht. Die Verwertung von Landschaftspflegematerial sei aber in einer gewissen Größenordnung möglich, ebenso könne Energieholz im "aktuellen Umfang" weiter genutzt werden.

Windparks mit hohem Konfliktpotenzial

Es müssen naturnah wirkende Landschaften ohne technische Überprägung, erhalten bleiben, fordert das BfN weiter. Gemeint ist damit, dass nicht an jeder windgünstigen Stelle Deutschlands Windparks stehen können. Denn Windenergie-Anlagen könnten neben der Flächeninanspruchnahme insbesondere zu Konflikten mit Fledermäusen und einigen Vogelarten führen, heißt es im Bericht. Die Tiere könnten durch die Anlagen gestört und verscheucht werden oder sogar mit diesen zusammenstoßen. Unter anderem wird vorgeschlagen, die Windmühlen zeitweise abzustellen, bespielsweise wenn Greifvögel durch Feldarbeiten angelockt werden. 

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Zur Lösung der Probleme schlägt das Amt einerseits generell die (vermutlich schwer umzusetzende) Reduzierung des Energiebedarfs vor. Daneben soll verstäkt auf Solarenergie gesetzt werden. "In den Städten auf den Dächern haben wir enorme Potenziale", so Jessel. Um den Ausbau der Erneuerbaren Energien sinnvoll auf die Fläche Deutschlands zu verteilen, macht sich das BfN darüber hinaus für eine Planung auf Bundesebene stark.

Mehr Ökostrom benötigt
Derzeit stammen mehr als 35 Prozent des Stroms in Deutschland von erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Sonne und Bioenergie. Der Anteil soll in zehn Jahren bei 65 und 2050 bei 80 Prozent liegen. Gleichzeitig steigt der Strombedarf, zum Beispiel durch die wachsende Elektrifizierung.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

  1. Martin Bruckmeier
    Erstellt 14. Februar 2019 17:53 | Permanent-Link

    Es ist nicht nachvollziehbar, dass Daten aus dem Jahr 2005 herangezogen werden, um auf die Landwirtschaft insbesondere die Artenvielfalt einzuhacken. Man sollte sich mal Gedanken machen, wie sich die Situation bis heute entwickelt hat und vor allem im Bereich erneuerbare Energien erst mal die aktuellen gesetzlichen Richtlinien des EEG lesen, bevor man mit solchen Aussagen wie in diesem Bericht agiert!

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