EP-Agrarausschuss

Greenpeace kritisiert Nähe zur Landwirtschaft

Mehr als die Hälfte der Europaabgeordneten im Agrarausschuss sind Landwirte oder ehemalige Mitarbeiter von landwirtschaftlichen Organisationen. Als Lobbyisten für den Sektor setzen sie sich zu wenig für Umweltinteressen ein, bemängelt Greenpeace.

Von den 46 Abgeordneten im EP-Agrarausschuss hätten 25 eine zu enge Bindung zum Sektor, zählt Greenpeace auf. Eine zu große Nähe wirft die Organisation Abgeordneten mit eigener Landwirtschaft und als Empfänger von Direktzahlungen vor. Die meisten Direktzahlungen erhielt aber nach der Greenpeace-Veröffentlichung Martin Häusling von den Grünen, der nach Ansicht der Organisation sicherlich nicht unter Hauptverdacht als „interessensgebundener Agrarlobbyist“ steht.

Der Betrieb von Häusling erhielt 2016 47.000 € an Direktzahlungen, gefolgt vom niederländischen Liberalen Jan Huitema mit 28.000 €, dem französischen Grünen José Bové mit 19.000 €, Albert Deß (CSU) mit 18.000 € und Peter Jahr mit 13.000 €. Mit enger Verbindung zur Landwirtschaft werden auch die deutsche Abgeordnete Ulrike Müller (Liberale Fraktion) und die Irin Mairead MacGuinness (Christdemokraten) eingestuft, weil ihre Partner landwirtschaftliche Betriebe haben.

Eine immerhin lockere Verbindung zum Sektor sagt Greenpeace vier Abgeordneten nach, allein weil sie in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufwuchsen oder Agrarwissenschaften studierten. Lediglich 17 von 46 Mitgliedern aus dem EP-Agrarausschuss hält die Umweltorganisation für unbedenklich. Die Agrarpolitik müsse sich um die Umwelt, Tierschutz und die Gesundheit kümmern, meint Greenpeace. Die Erwartungen der Steuerzahler könnten allerdings nur dann ausreichend berücksichtigt werden, wenn im EP-Agrarausschuss mehr Mitglieder von Außerhalb des Sektors hinzukämen.

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