Bundesministerin Julia Klöckner und Prof. Manfred Güllner (forsa) bei der Vorstellung des BMEL-Ernährungsreports 2021 in Berlin.
BMEL/Janine Schmitz/photothek.net
Bundesministerin Julia Klöckner und Prof. Manfred Güllner (forsa) bei der Vorstellung des BMEL-Ernährungsreports 2021 in Berlin.

Produktsiegel werden beim Lebensmitteleinkauf immer wichtiger. Das zeigt der diesjährige Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“.

Demnach ist der Anteil der Befragten, die häufig oder sehr häufig mit Siegeln gekennzeichnete Produkte kaufen, 2021 im Vorjahresvergleich um 15 Prozentpunkte auf 66 Prozent gestiegen. Jeweils etwa zwei Drittel orientieren sich derzeit am Regionalfenster und am Bio-Siegel, weitere 55 Prozent am Tierwohllabel. Das vom Bundeslandwirtschaftsministerium geplante Tierwohlsiegel ist 86 Prozent der Befragten wichtig oder sogar sehr wichtig.

Das wichtigste Merkmal bei der Kaufentscheidung bleibt dem Report zufolge der Geschmack. Ganze 96 Prozent der Befragten sehen ihn als wichtiges Kriterium an. Für 82 Prozent der Deutschen ist die regionale Herkunft wichtig, für 78 Prozent die Saisonalität, für 54 Prozent die Produktinformation und für 48 Prozent der Preis. Beim Einkauf von Fertigprodukten haben 59 Prozent bereits bewusst zu zucker- und weitere 52 Prozent zu fettreduzierten Waren gegriffen. Wie aus dem Bericht außerdem hervorgeht, ist der Anteil von Vegetariern in der Bevölkerung 2021 im Vorjahresvergleich von 5 auf 10 Prozent gestiegen, der Anteil von Veganern von 1 auf 2 Prozent. Insgesamt legen 30 Prozent der Befragten vegetarische oder vegane Produkte öfter mal in den Einkaufswagen. Mit 47 Prozent besonders groß ist der Anteil in der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen. Etwa 71 Prozent aller Befragten gaben als Grund für den Einkauf von Ersatzprodukten Neugier an, 59 Prozent Tierschutzgründe und jeweils 13 Prozent den Geschmack, den Klima- und den Umweltweltschutz.
„Lieber etwas weniger und hochwertigeres Fleisch als häufig billiges.“
Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU), 
Das Vertrauen in Lebensmittel ist laut den Umfrageergebnissen 2021 auf hohem Niveau gestiegen. Insgesamt 83 Prozent der Deutschen vertrauen voll und ganz oder eher in die Sicherheit der hierzulande angebotenen Lebensmittel; im Vorjahr waren es 74 Prozent. Deutlich erhöht haben sich 2021 auch die Ansprüche an die Landwirtschaft. So sind 73 Prozent der Befragten eine artgerechte Haltung der Tiere wichtig; das sind 7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Faire Löhne halten 69 Prozent der Befragten für zentral, den Umweltschutz 57 Prozent und den Emissionsschutz 54 Prozent.

Klöckner sieht durch den Report ihren ernährungspolitischen Ansatz bestätigt. Konkret nannte sie die Tierschutzziele der Borchert-Kommission, die Nationale Reduktionsstrategie für Zucker, Fette und Salz und die Einführung des NutriScore sowie die Ernährungsbildung. Für den Report wurden im Januar und Februar dieses Jahres insgesamt rund 1.000 Personen ab 14 Jahren telefonisch befragt. AgE

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