Ernährungstrends

Japan surft auf der veganen Welle


In den vergangenen Jahren stieg in Japan der Verbrauch von Geflügelfleisch, das unter anderem als Zutat in Ramen-Suppen verwendet wird. Der Fischverzehr sank dagegen, vor allem wegen der höheren Preise.
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In den vergangenen Jahren stieg in Japan der Verbrauch von Geflügelfleisch, das unter anderem als Zutat in Ramen-Suppen verwendet wird. Der Fischverzehr sank dagegen, vor allem wegen der höheren Preise.

In Japan investieren große Fleischkonzerne in alternative Proteine. Große Marktanteile werden aber noch nicht erwartet.

Auch in Japan ändern sich die Ernährungsgewohnheiten. Die traditionell wichtigsten Proteinquellen wie Fisch und Meeresfrüchte verlieren an Bedeutung. Ein schwindendes Angebot und hohe Preise sorgten dafür, dass der Pro-Kopf-Verbrauch in den vergangenen zehn Jahren von knapp zwölf auf acht Kilogramm pro Jahr schrumpfte. Gleichzeitig konsumierten die Japaner deutlich mehr Schweine- und Geflügelfleisch, während der Rindfleischverbrauch konstant blieb. Der Konsum der drei Fleischarten wuchs im gleichen Zeitraum von zwölf auf mehr als 15 Kilo pro Kopf und Jahr, und liegt damit deutlich unter den Werten in anderen Industriestaaten.

Traditionell spielen in der japanischen Ernährung daneben pflanzliche Proteine wie Tofu, Miso und Natto eine große Rolle. Die rein vegetarische oder vegane Kost sei dagegen in Japan weiterhin relativ unbeliebt, stellt das Global Agricultural Information Network (GAIN) des US-Agrarministeriums (USDA) in fest. Dennoch würden die größten Fleischunternehmen des Landes in pflanzliche Fleischalternativen investieren, heißt es in dem Bericht weiter.

Markteinführung im Frühjahr geplant

In den vergangenen Monaten hätten mehrere diese Firmen angekündigt, alternative Fleischprodukte auf pflanzlicher Basis für den Einzelhandel zu entwickeln. Auch andere Firmen, darunter Tofu-Hersteller und Pharmaunternehmen, planen in diesen Sektor einsteigen. 2019 sorgen die beiden größten Fleischunternehmen Japans für Aufmerksamkeit, als sie bekannt gaben, dass sie ab Frühjahr 2020 ihre eigenen Produktlinien für den Verkauf alternativer Fleischprodukte entwickeln wollen. Geplant sind vegetarische Schinken, Würste und und gefüllte Teigtaschen (Gyoza).

Es wird jedoch davon ausgegangen, dass der Markt für Fleischalternativen in Japan im Vergleich zum gesamten Fleischkonsum gering bleibt. Laut Branchenangaben könnte sich der Umsatz mit alternativen Fleischprodukten in Japan bis 2023 auf 312 Mio. US-$ jährlich verdoppeln. Im Verhältnis zum Umsatz mit Fleisch, den das USDA in Japan auf 28,4 Mrd. US-$ schätzt, wäre das aber nur ein Marktanteil von gut einem Prozent.

Japan ist weltweit einer der wichtigsten Fleischimporteure. 2019 kaufte das Land im Ausland nach vorläufigen Prognosen des USDA 890.000 t Rind-, 1,5 Mio. t Schweine- und 1,1 Mio. t Geflügelfleisch. Nachdem Japan Handelsabkommen mit großen Fleischlieferanten wie den Vereinigten Staaten, Australien, Kanada und der Europäischen Union geschlossen hat, wird importiertes Fleisch wahrscheinlich für japanische Verbraucher noch leichter verfügbar, erwarten die USDA-Experten.

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