Ernährungswirtschaft

Weniger Zucker, Fett und Salz im Essen


Fertignahrungsmittel sollen gesünder werden. Die Bundesregierung setzt auf eine Selbstverpflichtung der Industrie.
Bild: Pixabay / falovelykids
Fertignahrungsmittel sollen gesünder werden. Die Bundesregierung setzt auf eine Selbstverpflichtung der Industrie.

Die Reduktionsstrategie für Fertignahrungsmittel kommt. Die Bundesregierung will direkten Einfluss auf die Zutatenliste der Hersteller nehmen. Die Ernährungswirtschaft bietet Unterstützung für einen heute gefassten Kabinettsbeschluss an, warnt jedoch vor Überregulierung.

Die von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner am Montag dieser Woche angekündigte "Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie" enthält konkrete Zielvereinbarungen, heißt es im heutigen Beschluss der Ministerrunde. Damit werde es erstmalig in Deutschland gelingen, die Gehalte von Zuckern, Fetten und Salz in Fertignahrungsmitteln zu senken, äußert sich Klöckner. Damit könne es gelingen, den Ursachen von Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck entgegen zu wirken, so Klöckner.

Der Strategie zugrunde liege eine Selbstverpflichtung der Lebensmittelwirtschaft, betont die Ministerin. So habe sich die Wirtschaft verpflichtet, bis zum Jahr 2025 beispielsweise Lebensmittel für Kinder weniger zu süßen. Ziel bleibe es, die Reduktions- und Innovationsstrategie bis zum Jahr 2025 umzusetzen. Für den Herbst 2019 kündigt die Ministerin eine erste Überprüfung und bis Ende 2020 einen Zwischenbericht an.

Wirtschaft mahnt zur Sachlichkeit

"Wir haben uns in harten, aber fairen Verhandlungen mit Bundesministerin Julia Klöckner bereit erklärt, dort Verantwortung zu übernehmen, wo es wissenschaftlich sinnvoll und technologisch möglich ist", äußert der Hauptgeschäftsführer des Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), Christoph Minhoff. Jedoch stelle die Reduktionsstrategie eine enorme Herausforderung dar und Aufwand und Grenzen eines solchen Prozesses würden von Politik und Zivilgesellschaft häufig unterschätzt, mahnt er. Jede Ernährungstrategie müsse sicherstellen, dass die Freiheit von Unternehmen für Innovationen erhalten bleiben muss, so Minhoff. Aus diesem Grund sehe die Wirtschaft die Ankündigung regulatorischer Maßnahmen im Falle eines für das Ministerium nicht zufriedenstellenden Ergebnisses sehr kritisch. Denn am Ende des Tages werde an der Kasse über die Zukunft von Produkten entschieden, nicht im Plenarsaal, formuliert er seine Position. 

"In der Grundsatzvereinbarung hatten wir festgehalten, dass es darum geht, die Kalorienaufnahme der Bevölkerung zu senken", äußert sich der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ), Günter Tissen. Dieser Gedanke finde sich in der Reduktionsstrategie zentral wieder. Doch müssten nun alle Beteiligten genau darauf achten, dass mit der Nährstoffreduktion der Kaloriengehalt entsprechend sinke. Denn gängige Praxis sei es bisher gewesen, dass Zucker durch andere kalorienhaltige Zutaten ersetzt worden sei. Im Kampf gegen Übergewicht gelte jedoch, dass "nur die Kalorie zählt",  heißt es in der Stellungnahme von Tissen.

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